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Der Chef der Zukunft agiert im Hintergrund, wird demokratisch gewählt und ist zu 30 Prozent weiblich

Was macht erfolgreiche Führung heute aus? Wie hat sich Unternehmensführung im Laufe der Zeit entwickelt? Und: Wie wird sie sich weiter entwickeln? Wir haben versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Sicherlich an der einen oder anderen Stelle mit einem Schmunzeln, aber wir sind in jeder Hinsicht überzeugt von gewissen Trends, die sich schon heute abzeichnen und künftig noch verstärken werden. Daraus ist eine Infografik entstanden: Der Chef der Zukunft.

 

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Die Erfolgsfaktoren einer modernen Führungskultur.

Leadership der Zukunft: Unternehmenskultur umdenken

Das digitale Zeitalter stellt andere Anforderungen an Führung als das letzte Jahrhundert. Führung muss sich dringend weiterentwickeln – da sind sich alle einig. Doch das geht nur, wenn sich auch die Unternehmenskultur verändert. Chefs sollen beispielsweise als Moderatoren agieren, die vor allem im Hintergrund die Fäden ziehen und für ein gutes Zusammenspiel ihrer Mitarbeiter sorgen. Doch solange weiterhin von ihnen erwartet wird, dass sie die Fähigkeiten eines Superhelden besitzen, kann das nicht funktionieren – denn dieser überzogenen Erwartung entsprechend verhalten sich die meisten: orientiert an strengen Hierarchien und mit Hang zur Egozentrik. Das ist nur ein Beispiel, das zeigt, wie tiefgreifend wir umdenken müssen. Unsere Infografik zeigt weitere.

 

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Welche Trends zeichnen sich aktuell ab und wie werden sie sich weiterentwickeln?

Der Blick in die Kristallkugel: So könnte – nein – so sollte Führung aussehen

Natürlich können wir nicht wissen, wie sich der geschlechtsspezifische Lohnunterschied genau entwickeln und was die Frauenquote uns in Zukunft bringen wird. Aber es zeichnen sich Trends ab – und noch viel wichtiger: Wir haben Visionen für die Arbeitswelt der Zukunft. Diese haben wir visualisiert. Wir sind uns einig, dass Führung in Zukunft stärker in Teilzeit möglich sein muss. Dazu gehört auch, dass das Arbeiten aus dem Home Office an Popularität gewinnt. Frauen werden somit zunehmend bessere Chancen bekommen, Führungspositionen zu übernehmen und sie werden diese Möglichkeiten nutzen. Denn aktuell stecken die meisten Frauen wegen ihrer Kinder zurück und befürchten, den hohen Anforderungen an Führung wegen dieser Doppelbelastung von Familie und Beruf nicht gerecht zu werden. In
diesem Zuge wird sich auch die Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen immer weiter verringern – Frauen werden der Unternehmenswelt zunehmend beweisen, dass ihr Beitrag genauso viel wert ist wie der ihrer männlichen Kollegen. Sie werden ein entsprechend faires Entgelt nicht nur einfordern, sondern auch bekommen.

 

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Die alten Hasen und jungen Wilden der CEO-Welt.

Newcomer und Frührentner: Das Kommen und Gehen der CEOs

Es gibt CEOs, die kennt einfach jeder – Mark Zuckerberg und Elon Musk sind aktuell sicherlich zwei überpräsente Aushängeschilder. Doch auch deren Stunde hat irgendwann geschlagen und sie müssen Platz machen für die neue Generation aufstrebender Unternehmer mit größeren und weitreichenderen Visionen. Wir haben uns umgeschaut, wer möglicherweise bald vom Thron stürzen könnte und wer auf einem guten Weg hin zum Chefsessel ist. Unsere Einschätzung untermauern wir mit höchst wahrscheinlichen Szenarien wie der zu erwartenden Umstrukturierung des Shell-Produktportfolios auf regenerative Energien. Dabei machen wir auch vor unserem eigenen CEO nicht Halt, denn bei Haufe wissen wir längst: Es ist keine Schande, einem Nachfolger Platz zu machen, wenn die Zeit gekommen ist – wenn man der Infografik Glauben schenken darf, ist es 2030 soweit.

 

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Die Geschichte mitarbeiterzentrierter Unternehmensführung und ihre Visionäre.

 

 

 

Die Geschichte guter Führung: Lernen von den Besten

Wir sind nicht die ersten, die von einem agileren Führungsverständnis überzeugt sind und werden nicht die letzten sein. Die Geschichte mitarbeiterzentrierter Unternehmensführung reicht bis in die Beginne der industriellen Revolution zurück und nimmt uns mit auf eine inspirierende Reise zu beeindruckenden Visionären, die ihrer Zeit weit voraus waren. Jedes Jahrzehnt bringt neue große Köpfe hervor – auch im Management: Von Henry Ford über Peter F. Drucker bis hin zu Ricardo Semler inspirieren uns bedeutende Vordenker und deren Ideen. Aus ihren Beispielen ziehen wir die Motivation, uns selbst auch immer wieder zu visionärem Denken zu ermutigen und Methoden umzusetzen, die unserer Zeit voraus zu sein scheinen. So zum Beispiel die demokratische Wahl unserer Führungskräfte.

 

Die komplette Infografik steht nochmals hier zum Download bereit.

 

Wie sieht er in Ihrer Vision aus – der Chef der Zukunft? Und wie lange wird es wohl dauern bis er in den Unternehmen angekommen ist? Diskutieren Sie mit uns.

 

Photo Credit: Karolina Grabowska via Pexels



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Kommentare

  1. Alex Nusselt am

    Wenn wir mal ganz ehrlich sind, wählen wir bereits heute, ob wir eine vorgesetzte “Führungskraft” auch als diese anerkennen, oder eben nicht. Das ist nur allzu menschlich.
    Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass Führen immer kontextabhängig ist, d.h. in einem Team übernimmt immer eines der Mitglieder Führung und nicht immer dieselbe Person.

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  2. Marcel Bruder am

    Vielen Dank für den schönen Artikel! Wer sich wandelt, bleibt sich treu. Die Organisation der Zukunft braucht natürlich auch entsprechende Leader, die nicht nur mit den stetigen Herausforderungen des Wandels umgehen können, sondern auch den Wünschen und Fähigkeiten der neuen Mitarbeiter gerecht werden und diese zielführend fördern. Aus der Erfahrung wissen wir, dass ein transformationaler Führungsstil, wie in der Infografik beschrieben, sich sehr positiv auf die Motivation, das betriebliche Engagement und den Unternehmenserfolg auswirken kann. Die Beteiligung an Entscheidungen wird seitens der Mitarbeiter sicher zukünftig weiter an Bedeutung zunehmen und mit ihr auch die der Instrumente, die die Partizipation ermöglichen und ausweiten.

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  3. Holger Doerks am

    Danke für den anregenden Beitrag. Unabhängig davon, welcher Führungstheorie oder welchem charismatischen Leader man am nächsten steht, oder in welcher evolutionären Stufe sich Management gerade befindet, ist doch die Basis allen Unternehmenserfolges, dass Unternehmer und Mitarbeitende sich mit Vertrauen begegnen. Wobei Unternehmer hier als Eigentümer und Unternehmenslenker zu verstehen sind. Ohne Überzeugung von der Redlichkeit und Richtigkeit von Personen, bzw. Handlungen des Managements werden der digitale Wandel und damit auch agile Organisationsformen nicht zu gestalten sein. Und ohne “Führungszurückhaltung” und Investition in die Selbstentwicklungskräfte der Mitarbeiter auch nicht.

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  4. Markus Fischer am

    Gratulation, ein schöner und mutiger Artikel, auch angesichts der immer noch grossen Macht- und Egozentriertheit in der Business Welt. Nur hätte ich mir gewünscht, dass, Ehre wem Ehre gebührt, die eigentlichen Pioniere der Holokratie zu benennen, die Niederländer Boeke und Endenburg, die die sog. Soziokratie entwickelt haben, Holokratie ist eine 100%ige Kopie. Herr Robertson gebührt die Ehre, das System kopiert und perfekt vermarktet zu haben.

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    • Hermann Arnold am

      Hallo Herr Fischer, uns im Speziellen hat Robertson inspiriert – möglicherweise ist das seiner guten Vermarktung zu verdanken, aber Sie haben natürlich Recht: Ehre, wem Ehre gebührt. Und deshalb vielen Dank für diese wichtige Ergänzung.

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  5. Michael Martens am

    Schöner Artikel, tolle Indografik! Danke dafür!

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  6. Uwe Mateja am

    Sehr anregende und kompakte (Grafik) Darlegung.

    Wie sieht nun mein “Chef der Zukunft” aus? Für mich ist das keine Frage, sondern vielmehr das Ergebnis von Rahmenbedingungen und Möglichkeiten. Möglichkeiten, die vorhanden sind und die man/frau sich schafft!
    Wie schon erwähnt hat jede Zeit ihre Visionäre – das wird es auch in Zukunft geben.

    Mich beschäftigt eher, ob die Frage, “… wie lange wird es wohl dauern bis der Chef der Zukunft in den Unternehmen angekommen ist? ” so richtig ist. Meine These: in einer stetig zunehmenden Projekt-orientierten Arbeitswelt sind die “Chefs” schon heute da. Aufgrund des immensen Informationsvolumens in den alltäglichen Produkten kann ein Einzelner schon heute nicht mehr den Überblick behalten. Wir sind zur Zusammenarbeit “gezwungen”. Einzelkämpfer wird es immer geben, aber nicht mehr an den Schaltstellen.
    Fazit: Je schneller eine Organisation es schafft, sich kollektiv und holistisch neu aufzustellen, desto größer ist ihr Innovationspotential. Das beinhaltet durchaus neue Wege der im Personalwesen handelnden Unternehmensfunktionen: HR muss strategisch verankert sein! Performance-Messung muss Teamarbeit berücksichtigen. Ziele, Orientierung und Erfolg werden partizipativ bestimmt. Die Organisation muss ‘nur’ die Rahmenbedingungen schaffen, damit alle Bottom-up-Prozesse an dem strategischen Gesamterfolg ausgerichtet werden. Permanentes 360° Feedback wird zum Schlüssel. Einmalige Fehler sind in einer Vertrauenskultur erlaubt, wenn sie zum kollektiven Lernerfolg beitragen. Whistleblower wird es – bei dieser Sichtweise – nur noch in statischen Unternehmen geben.

    Wo aber stehen wir heute? Welcher Mitarbeiter, der vielleicht sogar als potentieller Chef irgendwo ankommen soll, wird sich denn in diese Richtung positionieren, solange die Unternehmen mit “befristeten Praktika-Plätzen” versuchen, unverbindlich für die Unternehmen selbst, das Maximum an Arbeitsleistung und emotionaler Bindung von diesen ‘Praktikanten’ und ‘befristet Eingestellten’ zu generieren?

    Die Chefs von Morgen sind heute schon da!

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    • Bernhard Münster am

      Hallo Herr Mateja, vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir freuen uns immer über Feedback, das zum Nachdenken anregt – und das ist bei Ihrem definitiv der Fall. Auch wir sind überzeugt davon, dass die Unternehmen sich grundlegend ändern müssen, damit die Chefs der Zukunft ihr volles Potenzial entfalten können – zum Wohl der Mitarbeiter und des Unternehmens. Viele Grüße, Bernhard Münster (Senior Product Manager Strategische Initiativen, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG)

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  7. Lukas am

    Tolle Infografiken und gerade die unterschiedlichen Werdegänge von CEOs finde ich immer sehr spannend. Besonders die Geschichte von Boyan Slat finde ich faszinierend und werde mich genauer mit seinem Vorhaben auseinandersetzen. Was die Zukunft von Führungskräften betrifft, so ist es wünschenswert, dass nicht nur der Frauenanteil weiter ansteigt, sondern auch irgendwann die gleiche Entlohnung stattfindet. Beim Sport ist dies ja in vielen Fällen schon länger selbstverständlich wie man beispielsweise an den Grand Slam Turnieren sehen kann. Sehr innovativ finde ich übrigens auch die Vorschläge, den CEO demokratisch zu ernennen oder je nach Aufgaben zwei CEOs einzusetzen.

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