Livestream: Netzwerktreffen der Selbst-GmbH
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Dreidimensional denken, nachhaltig transformieren

Das Motto der diesjährigen Rethink! HR-Tech lautete “Driving the Internet of Human Resources”. Helmut Fink-Neuböck von der Haufe Gruppe war als Moderator des Digital Transformation Cafés mittendrin und berichtet hier über die spannenden Ergebnisse aus den fünf Runden des interaktiven Workshops.

 

Helmut, das Thema des World Cafés hieß „Wie Sie HR zum Treiber der Digitalen Transformation machen? Ein ganzheitlicher Lösungsansatz zur erfolgswirksamen Implementierung herausragender Business Strategien“. Wie und was müssen wir uns darunter vorstellen?

Gemeinsam mit den Teilnehmern gingen wir der Frage nach, wie nachhaltige Verhaltensänderung und damit Unternehmenserfolg erzielt werden kann. Gerade Projekte und Initiativen in HR, bei denen es um das Verhalten von Menschen geht, sind häufig zum Scheitern verurteilt. Grund dafür ist, dass sie meist nur eindimensional angegangen werden. Viel zu oft steht nur die Implementierung einer Software im Vordergrund oder anhaltende Veränderung soll allein über Trainingsmaßnahmen erzielt werden. Nachhaltige Transformation braucht jedoch einen Dreiklang aus Mensch, Organisation und Technologie. Deswegen denken wir Projekte dreidimensional.

 

Was ist unter dieser Dreidimensionalität zu verstehen?

Wir haben erkannt, dass der Weg von „Weisung & Kontrolle“ zu „agilen Netzwerken“ nur über die Befähigung von Mitarbeitern und Organisation führt. Sehr anschaulich wird dies im Haufe Quadranten, einem Denkmodell für organisationale Transformation. Technologie und Tools als dritte Ebene müssen zu den beiden Dimensionen passen. Wenn alle drei bedient werden, ist der Erfolg am Größten.

 

Wer waren die Teilnehmer und wie sieht so ein World Café aus?

Die Teilnehmer waren Vor- und Neudenker aus HR-Abteilungen führender Unternehmen im deutschsprachigen Raum, quer durch alle Branchen. Gemeinsam mit Experten von Haufe analysierten wir in mehreren Runden die größten dreidimensionalen Herausforderungen zum Thema „Performance Management“. Hilfsmittel zur Visualisierung und Ausgangspunkt war die 3D-Canvas, auf der wir die Ergebnisse erarbeitet und festgehalten haben.

 

3D-Canvas
3D-Canvas

 

Das sieht auf den ersten Blick noch recht übersichtlich aus, wenn man bedenkt, dass es um eine dreidimensionale Denkweise geht. Was war das zentrale Ergebnis, der Querschnitt aus allen Gruppen?

Getreu dem Titel der Veranstaltungsreihe „Rethink HR“ brachten die Teilnehmer viele neue Ideen und erste Erfahrungen mit ein. Traditionelle Ansätze im Performance Management haben größtenteils ausgedient. Niemand glaubt mehr vorbehaltlos an Jahreszielvereinbarungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter – die dann in einer rückblickenden Beurteilung auch noch über die Höhe des variablen Gehalts oder Bonus entscheiden. Aufgaben und Rollen können sich in einem dynamischen Marktumfeld binnen zwölf Monaten immer wieder ändern. Ein modernes Performance Management muss dies berücksichtigen.

Leistungssteuerung über Geld (Boni, variable Vergütung) funktioniert nur mehr sehr eingeschränkt. Die Entkoppelung bestimmter Führungsaufgaben von monetären Anreizen wird aber von vielen als Verlust traditioneller Macht wahrgenommen. Insbesondere Führungskräfte müssen lernen, Veränderungen in ihrer Rolle zu verstehen und als Chance zur Transformation ihrer Aufgabe wertzuschätzen.

Dreidimensionales Denken berücksichtigt die schrittweise Übernahme von Verantwortung durch die Mitarbeiter. Dadurch ändert sich deren Rolle, aber auch die von HR und Führungskräften. Ziele und Visionen vorgeben, Mut machen, Freiräume geben und beratend und begleitend zur Seite stehen – das sind die neuen Führungsaufgaben.

 

Was war für dich und auch für die Teilnehmer die größte Überraschung in den jeweiligen Diskussionen?

Viele Teilnehmer waren überrascht, wie schnell man in die Einseitigkeit verfällt. Ergebnis eindimensionalen Denkens sind jedoch unbalancierte Lösungsansätze. Nahezu jeder Teilnehmer konnte hierzu Beispiele aus der Praxis nennen.

Spannend waren für mich die Berichte von glücklichen Umständen bei erfolgreichen Veränderungsprojekten. Gemeinsamer Nenner aller Geschichten war eine anfängliche Überforderung von Organisation und Mensch. Diese wird meist von einer kleinen, veränderungsaffinen Gruppe aufgefangen. Experten schätzen, dass nur 30% aller Change-Projekte erfolgreich sind. Dem Glück kann man nachhelfen, indem man die Auswirkung auf Organisation und das menschliches Verhalten dreidimensional vordenkt und gestaltet.

 

Was ist dein Fazit des Digital Transformation Cafés im Rahmen der HR-Tech?

Die Auswirkungen auf Menschen in Unternehmen sind der wichtigste Erfolgsfaktor von Veränderungen in Unternehmen. Software und Prozesse müssen stärker „kundenorientiert“ konzipiert werden. Der Fokus liegt auf der Unterstützung des Einzelnen, bei maximaler Einfachheit in der Nutzung. Unser 3D-Denkmodell wurde von den Teilnehmern als sehr hilfreich wahrgenommen und ich denke, dass dieser Impuls zum nachhaltigem Erfolg von Veränderungsprojekten in Unternehmen beiträgt.

Ergebnisse des Digital Transformation Cafés der Rethink! HR-Tech
Ergebnisse des Digital Transformation Cafés

 

Helmut Fink-Neuböck

Helmut Fink-Neuböck ist Elected Chief Strategist & Business Architect bei Haufe und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Auf- und Ausbau von neuen Geschäftsfeldern im Enterprise Software-Umfeld. Er gestaltet neue Wege zum Erfolg in einem Markt, in dem Kunden vor den Herausforderungen der digitalen Transformation stehen.

 

 



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Kommentare

  1. Peter Bretscher am

    Die Entwicklung zum 3D ist richtig und wichtig. Es ist m.E. die einzige Möglichkeit, die klassischen Wirtschaftsmodelle um die bisher vernachlässigte HR-Dimension (Wissen, Können -> Energie, Potenziale, Potenzialbilanz) zu ergänzen und trotzdem kompatibel zu bleiben.
    Dazu gibt’s auch verschiedene “richtige” 3D-Modelle zum besseren Verständnis der Zusammenhänge bzw. Dimensionen, die für eine nachhaltige Entscheidungsfindung geschickterweise berücksichtigt werden sollten: z.B. Hier -> https://bengin.net/bes/3dmodels_e.html

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    • Helmut Fink-Neuböck am

      Danke für den Kommentar Herr Bretscher – schön auf den Punkt gebracht mit der “Ergänzung um den Faktor MENSCH” zu den klassischen betriebswirtschaftlichen Modellen und einige interessante Artikel die Sie da verlinkt haben.

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