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Die Diskrepanz zwischen Soll und Ist erkennen – Kick-off für das Update Ihres organisationalen Betriebssystems

Im letzten Blogbeitrag meiner Serie zur Implementierung des Betriebssystems bin ich darauf eingegangen, wie wichtig es für Unternehmen ist, zu Beginn eines notwendigen Changes zuerst eine Phase der Reflektion über den Status und den Reifegrad der Organisation zu durchlaufen. Heute beschreibe ich, wie diese erfolgskritische Definition der Ausgangsbasis in der Praxis aussieht.

 

Muster erkennen – um Muster zu brechen

Um Verhaltensmuster für den notwendigen Behavioral Change zu identifizieren, nutzen wir in Kunden-Workshops den bewährten Haufe-Quadranten Check. Ein Querschnitt aller Mitarbeiter des Unternehmens (in der Regel zwischen zehn und zwanzig Personen) wird in zwei Gruppen aufgeteilt – eine aktive und eine beobachtende. Bei der Zusammensetzung der Teilnehmer ist höchstmögliche Diversität zu beachten um möglichst viele Blickwinkel einzufangen und somit einen breiten Querschnitt aus dem Unternehmen zu ermöglichen. Die aktive Gruppe begibt sich in den Haufe-Quadranten, der als Modell auf dem Boden abgebildet wird, während die Beobachter drum herum stehen. In jedem der vier Felder des Quadranten verweilen die aktiven Teilnehmer circa zehn Minuten und sprechen über alle Assoziationen, die ihnen zur jeweiligen Organisationsform einfallen: Welche Erfahrungen verbinden sie damit, welche Impulse kommen ihnen in den Sinn und inwiefern spiegelt sich ihr Team in diesem Betriebszustand wider? Der Sinn dahinter: Das Erkennen von Verhaltensmustern der Mitarbeiter und Führungskräfte durch die außenstehenden Beobachter. Denn diese wechseln nach der Begehung der vier Organisationsformen des Quadranten durch ihre Kollegen in die aktive Rolle und schildern ihre Wahrnehmungen, aus denen sich etwa Verhaltensmuster wie z.B. eine starke transaktionale Führungskultur im Command & Control oder das Vermeiden von Schattenorganisationen ablesen lassen – Aha-Momente für alle Beteiligten garantiert.

 

Ist- und Soll-Zustand: Die Reise durch den Haufe Quadranten

Nach der aktiven Mustererkennung findet in unserem Workshop die zweite darauf aufbauende Übung statt. Alle Teilnehmer bekommen eine Moderationskarte, die sie bei Bedarf beliebig oft teilen dürfen. Ihre Aufgabe: Die Karte – oder einzelne Kartenteile – an die Stelle in den Haufe-Quadranten zu legen, an der sie den Ist-Zustand ihres Unternehmens sehen. Befinden sie sich im Command & Control, in der Überforderung oder vielleicht sogar in mehreren Organisationsformen gleichzeitig? Allein diese Überlegung stößt viele spannende Diskussionen an – und führt meist dazu, dass die Karten zerteilt und in verschiedene Felder und Ausprägungen an den Achsen gelegt werden. Jetzt findet eine Reflektion in der gesamten Gruppe statt, in der die Position der einzelnen Karten und Kartenstücke hinterfragt wird und diese auch noch verschoben werden dürfen. Dieser Übungsteil öffnet vielen Teilnehmern die Augen über die Vielfalt der vorhandenen Organisationsformen im Unternehmen.

 

Haufe Quadranten Check
Die Moderationskarten in unterschiedlichen Farben markieren den Ist- und Soll-Zustand des Unternehmens in den vier Bereichen des Haufe-Quadranten.

 

 

Nun wird der gleiche Prozess mit einer zweiten Karte in einer anderen Farbe gestartet, um den Soll-Zustand der Organisation zu definieren: Wo wollen wir hin? Welche Organisationsform(en) brauchen wir, um unser Unternehmen zukunftssicher aufzustellen? Das Ergebnis: Meist eine große Differenz zwischen der Verortung der Soll- und Ist-Karten – und eine optimale Basis für den Change. Anhand dieses Bildes wird allen Stakeholdern plastisch vor Augen geführt, in welche Richtung sich die Organisation mehrheitlich entwickeln will und parallel kann definiert werden, was getan werden muss, um den Wunsch-Zustand zu erreichen.

 

Mit dem Modell des Haufe-Quadranten finden Unternehmen schnell Orientierung, erkennen Ihre Ausgangssituation und sind in der Lage fundiert zu entscheiden, wo die Entwicklungen zum Upgrade des organisationalen Betriebssystems liegen. In vielen hunderten Workshops durften wir diese Erfahrungen bereits sammeln. Für den breiteren Einsatz im Unternehmen mit mehreren Teilnehmern (ab ca. 25 bis zu mehreren tausend Mitarbeitern) nutzen wir die digitale Form des Quadranten Checks.

 

Diese beiden Übungen in unseren Kunden-Workshops zeigen, dass mit Hilfe ganz einfacher Tools und Methoden wie dem Haufe-Quadranten das Fundament für einen nachhaltig erfolgreichen Wandel gelegt werden kann. In unserem nächsten Beitrag lesen Sie, welche Maßnahmen nach der Phase dieser ersten Reflektion folgen sollten.

 

Welche Erfahrungen haben Sie zur Analyse der Ausgangssituation zu Beginn des Change-Prozesses gemacht? Welche Methoden und Erfahrungen haben Sie dabei überzeugt?

 

Photo Credit: Ryan McGuire via Gratisography



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