Haufe_Rhythmix_Lego® Serious Play®

Lego® Serious Play®: Gemeinsam spielerisch Visionen bilden

Kennen Sie das klassische Meeting-Syndrom? 20 Prozent der Teilnehmer reden 80 Prozent der Zeit. Für einen kreativen Ideenfindungsprozess ist das der Super-Gau. Vor diesem Problem standen 1996 auch Johan Roos und Bart Victor, Professoren der Universität Lausanne, sowie der damalige LEGO-CEO Kjeld Kirk Kristiansen und sein Leiter Produktentwicklung, Robert Rasmussen. Ihre Lösung: Die Entwicklung einer Methode, die alle Personen gleichermaßen einbezieht, eine Herausforderung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten lässt und ganz nebenbei die Kreativität erhöht. Und das alles nur mit Legosteinen. Rund 20 Jahre nach seiner Erfindung erlebt Lego® Serious Play® einen wahren Boom – vor allem, wenn es um Transformationsprozesse in Unternehmen geht.

Durch Haptik die kognitiven Leistungen steigern

„Ich hätte nie geglaubt, dass wir mit dieser Methode in so kurzer Zeit zu so vielen neuen Erkenntnissen und Lösungen kommen.“ Ralf Berns ist Leiter Prozessmanagement und Fachredaktion Personal bei der Deutschen Bahn AG – und einer der ersten, den wir bei Haufe mit dem Prinzip des Lego-Bauens begeistern konnten. Denn der Schlüssel für den Erfolg der Methode ist ebenso genial wie einfach. Entscheidend ist die im Vergleich zum Alltag überdurchschnittlich starke Verbindung der Hände mit dem Gehirn. Immerhin sind unsere Hände mit bis zu 80 Prozent der Gehirnzellen verknüpft. Indem wir unsere Gedanken zu den Zielen und Herausforderungen unserer Organisation nachbauen, aktivieren wir ganz neue Denkbereiche und erlangen ein weitaus tieferes und langanhaltenderes Verständnis. Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gibt es viele. Im Wesentlichen basiert Lego® Serious Play® aber auf den Lehren des Konstruktionismus und Konstruktivismus, also der Überzeugung, dass der Mensch am besten lernt, wenn er Dinge ausprobiert, erfährt und aktiv handelt – zum Beispiel mit Legosteinen. Lego® Serious Play® ist also ein 3D-Drucker für unsere Gedanken.

„Mir war gar nicht klar, was ich alles weiß“, ist dementsprechend auch ein häufiges Feedback nach Lego® Serious Play® Workshops. Auch das lässt sich durch die Hand-Gehirn-Koordination erklären. Wir sind uns meist nur fünf bis zehn Prozent unseres tatsächlich vorhandenen Wissens bewusst. Der Rest ist in unserem Unterbewusstsein versteckt. Aktivieren wir aber durch Haptik bisher wenig genutzte Bereiche des Gehirns, können wir auf bis zu 25 Prozent unseres Erfahrungsschatzes zugreifen – und finden dadurch mitunter Lösungen, die wir auf anderem Wege niemals entdeckt hätten.

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Gamification-Experte Roman Rackwitz über Lego® Serious Play®

Über Roman Rackwitz
In seiner Jugend häufig zu Besuch bei seiner Familie im Silicon Valley, erlebte Roman Rackwitz dort live die Geburtsstunde von Gamification. Er studierte International Management und Strategisches Marketing in England und Deutschland und gründete nach seinem Abschluss Deutschlands erste Gamification-Agentur Engaginglab. Seit 2013 ist er zudem Senior Partner bei der Enterprise Gamification Consultancy LLC und wurde ein Jahr später unter die Top 10 Gamification-Gurus der Welt gewählt. Seit 2015 nutzt der Gamification Experte sein Wissen, um als Mitgründer von Wunderland Media das Social Media Engagement von Unternehmen zu steigern. Er ist Vorsitzender der Gamificationskonferenz GamifyCon und Mitbegründer von Gamfed, der weltweit ersten Gamification Association.
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Vier Schritte zum idealen (Unternehmens-)Modell

Wie lässt sich die Methode im Transformationsprozess nutzen? Egal ob es darum geht, Visionen zu entwickeln, eine Kultur zu wandeln oder Prozesse zu verändern – Lego® Serious Play® funktioniert immer anhand von vier Schritten.

  1. Je nach Herausforderung – Vision, Kultur, Prozesse, etc. – werden individuelle Fragen entwickelt: „Welchen Problemen begegnet das Unternehmen?“, „Wo sind Schwachstellen im Prozess?“ oder auch „Welche Kultur wollen wir?“ – den Anwendungsbereichen sind keine Grenzen gesetzt.
  2. Die Fragen beantworten die Teilnehmer anschließend, indem sie ihre Sichtweise in einem Legomodell darstellen. Das Besondere dabei: Egal ob Führungskraft, Mitarbeiter oder Praktikant – jeder hat dieselbe Zeit und dieselben Bausteine zur Verfügung und bringt seine Perspektive ein. Hierarchien werden so ausgeschaltet.
  3. Ingenieure, Ökonomen oder Marketer sprechen häufig unterschiedliche Sprachen. Lego dient als universelles Kommunikationsmittel und wird von allen verstanden. Zudem erklärt jeder Teilnehmer die Gedanken hinter seinem Modell und beantwortet die Fragen seiner Kollegen – denn im Dialog entstehen Ideen und Zusammenhänge.
  4. Durch Kombination der einzelnen Bauwerke gestalten die Teilnehmer ein gemeinsames Verständnis und kombinieren die besten Ideen der einzelnen Modelle. Jeder ist Teil der Strategie und „baut“ auf den Ideen der anderen auf.

 

Lego® Serious Play® ist nur eine von vielen Methoden, die wir im Rahmen unserer erfolgsbasierten Transformationsberatung Rhythmix einsetzen. Über weitere spielerische Ansätze berichten wir in den nächsten Wochen auf dem Visionsblog.

 

Kommentare

  1. Gamification: Analog spielen, digital transformieren - Mitarbeiter führen Unternehmen am

    […] Lego® Serious Play®: Eine Methode zur hierarchiefreien Entwicklung von Visionen und Ideengenerierung. […]

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  2. Haufe Eigenland® in der Transformation: Intuition schlägt Ratio am

    […] Ergebnisse der Bewertungen analysieren und diskutieren wir, um so – auch unter Zuhilfenahme von Lego® Serious Play® und der Metro Map – Visionen und Strategien für die eingangs definierte Herausforderung zu […]

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  3. Strategiefrage: Game oder Play - eine Twitter-Diskussion am

    […] und Roman, eure unterschiedlichen Einschätzungen zur Leistungsfähigkeit von Lego® Serious Play® als Methode waren der Anstoß zu dieser Twitter-Diskussion. Einig seid ihr euch darin, dass […]

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  4. Haufe Success Score: Erfolgsformel für die Transformation am

    […] Lego® Serious Play®: Mithilfe von Legosteinen „bauen“ die Teilnehmer ihre eigene Vision für die Lösung einer Herausforderung, diskutieren sie mit den anderen Teilnehmern und gestalten durch die Kombination der einzelnen Bauwerke ein gemeinsames Verständnis für das konkrete Projekt. […]

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