Agilität im Start-up: Wenn Gestalter gründen

Kleines Team, informelle Strukturen, viel Herzblut – das macht die meisten Start-ups aus. In unserer aktuellen Serie zur Entwicklung des Haufe-Quadranten am Beispiel von Haufe-umantis beginnen wir heute mit der Gründungsphase und der Verortung im Quadranten schwergewichtig oben rechts: Agilität.

 

Haufe Quadrant mit Bildern_Agiles Netzwerk
Das Agile Netzwerk im Haufe-Quadranten: Ideal für Start-ups in der Gründungsphase.


Selbstorganisierende Agilität im Start-up

Start-ups sind in der Regel agile Netzwerke. Das Team ist klein, jeder weiß ungefähr, was der Andere macht und alle folgen einer gemeinsamen Vision und ähnlichen Vorstellungen. Informelle Strukturen funktionieren einwandfrei: Bei uns wurden Fragen über den Schreibtisch hinweg gestellt, kleinere Diskussionen beim Mittagessen geführt. Der Umstand, dass wir uns schon lange kannten, hat den Erfolg dieser ungeregelten Prozesse unterstützt. Meine Mitgründer und ich hatten beispielsweise schon jahrelang gemeinsam an der Uni zusammengearbeitet. Zudem ist es häufig in Start-up Teams so, dass es von Anfang an erstmal keinen klaren Chef gibt, der sagt, wie es zu laufen hat – oder zumindest lässt diese oder dieser es meist nicht raushängen. Meine Gründungskollegen haben mich irgendwann als CEO bestimmt, weil Investoren und Handelsregister einen Geschäftsführer forderten. Aber einige neu eingestellte Mitarbeiter wussten selbst nach Monaten nicht, wer der formelle Geschäftsführer des Unternehmens war. Mein Verständnis dieser Rolle: Ich bin das Mädchen für alles und nicht der große Zampano. De facto agierten wir so agil wie nur irgend denkbar.


Gestalterische Rolle der Mitarbeiter: Gründer sind Unternehmertypen

Menschen, die gründen, sind vom Typ her Gestalter. Denn erstmal muss aus Nichts Etwas geschaffen werden – ein zentraler Akt des Gestaltens. Es finden sich Leute zusammen, die an ein gemeinsames Ziel glauben. Darin enthalten ist viel Überzeugung – sonst hätten sie sich nicht entschieden zu gründen – und somit steckt jeder Einzelne viel Engagement in das Unternehmen. Wir waren immer darauf aus, gemeinsam unsere Ideen voranzutreiben und daraus haben sich bestimmte Prozesse und Formate entwickelt. Irgendwer entschied sich dazu, etwas auszuprobieren und wenn es gelang, wurde es fortgeführt. Eine äußerst selbstbestimmte und eigenverantwortliche Arbeitsweise, die vor allem in einem von Regeln entbundenen System funktioniert.


Agilität: Wenn Umsetzer zu Gestaltern werden

In dieser Anfangsphase sind alle Mitarbeiter Gestalter. Wir müssen bei dieser Einschätzung aber beachten: Die wenigsten Menschen sind reine Umsetzer oder reine Gestalter. Wir gehen von einer Art Gauß’schen Normalverteilung aus: Etwa zehn Prozent der Menschen sind durch und durch Gestalter, die auch dann noch revoltieren würden, wenn ihr Leben bedroht wäre. Am anderen Ende der Verteilung gibt es ca. zehn Prozent Umsetzer, die gerne Anweisungen ausführen, ohne diese weiter in Frage zu stellen. Der Großteil der Menschen befindet sich irgendwo dazwischen. Wir können sowohl Umsetzer als auch Gestalter sein, je nachdem, in welchem System wir uns bewegen und welche Arbeitsweise das System unterstützt. Ein gut funktionierendes agiles Netzwerk ermöglicht es vielen Menschen, gestaltend wirksam zu werden.

 

Wie diese agile Zusammenarbeit bei uns aussah, zeigen wir im nächsten Blogbeitrag an einigen Beispielen auf und veranschaulichen zudem, was es für ein gut funktionierendes agiles Netzwerk braucht.

 

 Photo Credit: Heisenberg Media

 

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