Virale Transformation live erleben_Corporate Culture Camp_Haufe

#ccchh18: Virale Transformation live erleben

Bei Haufe haben wir Veränderung zu unserer Konstante gemacht. Eine, die diesen ständigen Wandel intern begleitet, ist Stephanie Anton. Sie ermutigt Menschen, sich persönlich weiterzuentwickeln und andere mit ihrer Begeisterung für Transformation anzustecken. Wie ihr das gelingt und welche Rolle die Frage nach dem „Warum?“ dabei spielt, hat sie vor Kurzem den Teilnehmern auf dem Corporate Culture Camp in Hamburg gezeigt.

 

Haufe: Steffi, du beschäftigst dich als Diplom-Psychologin viel mit der Kultur von Unternehmen und damit, wie man dem Wandel in Organisationen zum Durchbruch verhilft. Was ist dein Fazit des Corporate Culture Camps in Hamburg?

Stephanie Anton: Das Format eines Bar Camps finde ich generell sehr spannend. Man trifft auf zahlreiche Neudenker und Andersmacher und entwirft gemeinsam Ideen für die Zukunft. Das fängt bereits bei der Agenda an. Sie entsteht erst im Laufe des Bar Camps: Jeder Teilnehmer konnte zu Beginn der Veranstaltung sein Thema pitchen – die spannendsten wurden in einem Session-Voting auf die Agenda gewählt. Dass es auch mein Beitrag über „WHYral Transformation“ bei der Haufe Group auf den Session-Plan geschafft hat, freut mich natürlich besonders.

 

 

Haufe: Was genau war denn Thema deiner Session?

Stephanie Anton: Bei der Haufe Group ist der kontinuierliche Wandel ja mittlerweile zum Normalzustand geworden. Deshalb haben wir uns gefragt, wie Veränderungsprozesse gestrickt sein müssen, um erfolgreich zu sein – und zwar, nicht nur in transformationsaffinen Bereichen, sondern über das ganze Unternehmen hinweg. Diesen Ansatz, die „WHYral Transformation“, habe ich in meiner Session nicht nur vorgestellt, sondern in Teilen auch live für die Teilnehmer erlebbar gemacht.

 

Haufe: „WHYral“ ist ein Kunstwort, das die beiden wesentlichen Erfolgsfaktoren eines Wandels beschreibt. Was genau hat es damit auf sich?

Stephanie Anton: Richtig, „WHYral“ ist ein Neologismus und setzt sich zusammen aus „Why“ und „viral“. Uns wurde bewusst, dass bei Change-Projekten häufig der erste, wichtigste Schritt übersprungen wird. Wir starten sofort mit Prozessen und Tools – ohne uns vorher mit dem „Warum“ des Wandels, mit seinen Beweggründen auseinanderzusetzen und diese an alle Beteiligten transparent zu kommunizieren. Dabei ist das „Warum“ für uns ein entscheidender Faktor. Nur wer seine eigenen Gründe für den Wandel kennt und diese auch mit dem „Why“ des Unternehmens verknüpfen kann, ist bereit, sich auf den Wandel einzulassen. Das allein, das zeigt der zweite Teil des Kunstwortes, reicht jedoch noch nicht. Es muss uns gelingen, den Wandel zu einer viralen Veränderung zu machen.

 

 

Haufe: Viralität kennen wir bisher vor allem aus sich schnell verbreitendem Social Media Content. Wie kann man das auf die Transformation von Organisationen übertragen?

Stephanie Anton: Das stimmt, die Ice Bucket Challenge vor einigen Jahren ist ein gutes Beispiel, wie schnell sich Dinge im Social Web verbreiten und eine Vielzahl von Menschen begeistern können. Aber das kann auch innerhalb eines Unternehmens gelingen. Es gibt immer Menschen, die Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen sind und den Mehrwert eines Wandels früh erkennen. Diese Innovatoren und Early Adopter müssen wir dazu ermutigen und befähigen, andere mit ihrer Begeisterung anzustecken. So wird aus einem kleinen Transformationsnukleus eine Welle des Wandels.

 

 

Haufe: Du setzt diesen Ansatz innerhalb der Haufe Group ein. Wie gehst du dabei vor?

Stephanie Anton: Genauso, wie ich es auch mit den Teilnehmern des Corporate Culture Camps gemacht habe: Ich lade sie zu einem unserer Culture Cafés ein. Dieses Format nutzen wir bei der Haufe Group, um mit Mitarbeitern verschiedenster Abteilungen, Hierarchiestufen und mit unterschiedlichen Hintergründen, deren persönliches „Why“ zu entdecken. Hier entstehen spannende Diskussionen und interessante Einblicke in die ganz persönlichen Herausforderungen, Werte und Ziele der Mitarbeiter. Gleichzeitig finden sich dabei oft praktische Ansatzpunkte für die Transformation in konkreten Bereichen und Teams. Zudem haben wir positive Erfahrungen mit Tandems aus Mitarbeitern mit ähnlichen oder sich ergänzenden „Whys“ gemacht, die sich nach dem Culture Café gegenseitig in ihrer Entwicklung unterstützen.

 

Haufe: Wie waren die Reaktionen der Bar Camp-Teilnehmer auf die Entdeckung ihres „Whys“?

Stephanie Anton: Egal ob intern oder in externen Formaten wie dem Corporate Culture Camp: Die Energie, die bei der Auseinandersetzung mit dem persönlichen „Why“ entsteht, ist immer beeindruckend. Unser Culture Café ist ein hoch wirksames Format, um ein „Shared Why“ und ein intensives Erleben der gemeinsamen Kultur im Raum entstehen zu lassen. Auszugsweise haben das auch die Session-Teilnehmer erfahren und mich nebenbei viel zum Wandel bei der Haufe Group und unseren Herangehensweisen rund um den „WHYral Change“ gefragt. Eine der häufigsten Fragen war beispielsweise, was man denn mit Mitarbeitern macht, die keine Lust auf den Wandel zu haben scheinen. Meine Antwort darauf ist immer dieselbe und auch eigentlich der Kern des „WHYral“-Ansatzes: Nichts – denn jeder involviert sich zu dem Zeitpunkt und in dem Maß, wie es für ihn passt. Virale Transformation setzt auf ein freiwilliges Opt-In der Mitarbeiter. Und auf authentische Überzeugungskraft auf Augenhöhe. Einen Wandel von der Unternehmensspitze aus zu bestimmen, wird bei einem echten, auf Nachhaltigkeit angelegten Change nicht erfolgreich sein. Eine bottom-up Transformation hingegen hat die Chance, selbst die größten Skeptiker irgendwann als intrinsisch motivierte Fürsprecher zu gewinnen. Und zwar genau dann, wenn der Transformationsvirus sie bei ihrem persönlichen „Why“ erreicht.

 

Sie möchten mehr über die Viralität von Transformation erfahren? In einem einzigartigen BookSprint haben unsere Haufe Transformationsexperten ihre Erfahrungen im Buch „WHY – Wenn Transformation plötzlich wirkt“ zusammengefasst.

 

Stephanie Anton_Corporate Culture CampStephanie Anton arbeitet seit 2012 als Beraterin und Coach im Zentralbereich Human Resources & Organizational Development für die Haufe Group. Dort begleitet und ermutigt die Diplom-Psychologin Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung, der Zusammenarbeit in Teams und der gemeinsamen Gestaltung und Bewältigung der Transformation des Unternehmens. In ihrer Freizeit ist sie gerne sportlich und im Grünen unterwegs.

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