Thank God it’s Monday – Die revolutionierte Arbeitswelt

Starre Strukturen, Buckeln auf der Karriereleiter und am Montag schon aufs Wochenende freuen – Thank God it’s Friday. So erlebten 30 junge Absolventen aus der vielbeschriebenen Gen Y den Arbeitsalltag in deutschen Unternehmen und beschlossen, nicht nur innerlich zu kündigen. Stattdessen gründeten sie gemeinsam eine Agentur für Innovationsentwicklung, die Dark Horse Innovation. Ihr Leistungsversprechen: Kunden durch innovative Geschäftsideen von den Chancen der digitalen Revolution profitieren zu lassen. Ihr Ansatz: kooperative Zusammenarbeit, individuelle Flexibilität und radikale Selbstentfaltung.

 

Kein bescheidener Ansatz – das machte mich neugierig. Neugierig auf das Buch, das die jungen Gründer etwa fünf Jahre nach dem Beginn ihres Experiments schrieben: „Thank God it’s Monday“. Nach der Lektüre des furiosen Plädoyers für die schöne neue Arbeitswelt bin ich überzeugt: Die hierarchiefreie, vernetzte, kreative Revolution kann funktionieren – und tut es schon.

 

Dies zeigt sich beispielsweise in der Art, wie die Gründer von Dark Horse zusammenarbeiten: Es gibt keine festen Positionen mit starren Zuständigkeiten, es gibt Jobs, die erledigt werden müssen. Ein Rotationsprinzip sorgt dafür, dass in Projekten, immer verschiedene Leute für bestimmte Aufgaben wie Budgetkalkulation und -kontrolle sowie die Kommunikation mit dem Auftraggeber zum Einsatz kommen. So werden Expertisen-Monopole verhindert und jeder einzelne wird ermächtigt, sich stets umfassend einzubringen. Für undankbare Tätigkeiten wie das Ausräumen der Spülmaschine ist ein monatlich wechselndes Service-Team verantwortlich undein Feelgood-Manager sorgt für die Einhaltung der internen Regeln.

 

Andersmachen lautet auch dann die Devise von Dark Horse, wenn es um Kundenprojekte geht. Kennengelernt haben sich die Gründer über eine Fortbildung im Design Thinking und nach diesem Prinzip gehen sie auch ihre Projekte an: nutzerzentriert, interdisziplinär und iterativ. Entscheidungen werden soziokratisch getroffen – die Diktatur des guten Arguments. So starten sie jedes Projekt mit einer Recherche bei den unmittelbar Betroffenen, den Nutzern. Bei einem Projekt für eine Verkehrsgesellschaft fahren etwa zwei Projektbeteiligte einen Tag lang mit der Berliner Ringbahn, um vor Ort zu erleben und zu erfragen, was die Fahrgäste stört. Anschließend werden die Ergebnisse intensiv diskutiert, unter verschiedensten Gesichtspunkten (interdisziplinär!) erörtert und schließlich nach vielen verworfenen Ideen eine Lösung entwickelt.

 

Wie die New Work à la Dark Horse im Detail funktioniert, lässt sich im Buch sehr unterhaltsam nachlesen. Es werden viele Einblicke in das Agenturleben gegeben – spritzig geschrieben sowie humorvoll und ehrlich. Mein persönliches Fazit: Das in diesem Buch beschriebene neue Verständnis von Arbeit, aber vor allem von Zusammenarbeit, ist zukunftsfähig. Es beflügelt Innovationen gleichermaßen wie Selbstentfaltung und wir brauchen mehr mutige Menschen, die bereit sind, die Arbeitswelt in ähnlicher Weise zu radikalisieren. So machen wir Unternehmen fit für den Wandel und uns für ein erfülltes Leben. Gehen wir es gemeinsam an – und freuen uns immer wieder auf den Wochenanfang!

 

Photo Credit: Pixabay

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