Gemeinsames Lernen bei Upstalsboom

Gemeinsames Lernen bei Upstalsboom

Was ist das Besondere an Upstalsboom?

 

Für Upstalsboom, einen nordfriesischen Betreiber von Ferienhotels und -wohnanlagen, stand lange Zeit vor allem eines im Fokus: Gewinnmaximierung. Wie verheerend sich das auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirkte, brachten im Jahr 2010 die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung ans Licht. Sie waren der Wendepunkt für Geschäftsführer Bodo Janssen und ausschlaggebend für die Neuausrichtung der Unternehmensstrategie: „Wertschöpfung durch Wertschätzung“. Von da an stand die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen im Mittelpunkt und damit einhergehend die  Vision zufriedener Mitarbeiter. Um diese neue Kultur zu erschaffen, setzte Upstalsboom auf Transparenz und gemeinsames Lernen: Die Kritikpunkte der Umfrage Dienten als Basis und Anstoß des Veränderungsprozesses. So tauschten sich beispielsweise zehn zufällig ausgeloste Mitarbeiter regelmäßig bei einem Frühstück abteilungsübergreifend aus, um so wechselseitige Anregungen zu ermöglichen und zu fördern. Auch auf Führungskräfteebene wurde ein Veränderungsprozess angestoßen. Der Geschäftsführer besuchte über längere Zeit Führungskräfteseminare in einem Kloster und lud dazu alle 70 Führungskräfte des Unternehmens mit ein. Das Ergebnis: Über die folgenden Jahre gelang es Upstalsboom, einen Gesamtlernprozess im Unternehmen in Gang zu setzen und erfolgreich zu verankern.

 

  • Probleme werden nun offen angesprochen und gemeinsam bewältigt
  • Mitarbeiter sind motiviert und beteiligen sich aktiv an der Unternehmensentwicklung
  • Alle Beschäftigten nehmen sich und ihre Arbeit positiver wahr und tragen bewusst ihren Teil dazu bei

 

Welche Herausforderungen hatte Upstalsboom?

Schlechte Stimmung wahrzunehmen ist die eine Sache. Diese spezifischen Kritikpunkte zu adressieren und offen zu kommunizieren, ist die andere, weitaus schwierigere. Dies gilt vor allem dann, wenn die Unternehmenskultur nicht mitarbeiterzentriert ist und Offenheit sowie Feedback (noch) nicht verankert sind. Die schonungslose Offenlegung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung führte bei Upstalsboom zu 15 Kündigungen auf Führungsebene, da diese mit dieser offenen Kritik nicht umgehen konnten oder wollten. Zudem galt es, den Wandel hin zu einer neuen wertschätzenden Kultur zu meistern. Denn eine Transformation zu mehr Offenheit und Transparenz und daraus resultierend mehr Vertrauen  ist immer ein längerer Prozess. Gelingt er aber, ermöglicht er eine Kultur des gemeinsamen Lernens.

 

Welche Chancen bieten sich Upstalsboom?

Gerade im Dienstleistungssektor steht die Zufriedenheit der Kunden in direkter Abhängigkeit zu  Zufriedenheit, Motivation und Engagement der Mitarbeiter. Upstalsboom ist es gelungen, durch einen gemeinsamen Lernprozess eine Kultur zu etablieren, in der Beschäftigte Probleme als Chance für gemeinsames Wachstum nutzen, ihre Potenziale frei entfalten und dadurch ihre Aufgaben zufriedener bewältigen können. Lange waren die Mitarbeiter bei Entscheidungsprozessen außen vor, heute können sie sogar die Preise für Hotelzimmer mit festlegen. Der neue Fokus, weg von der reinen Gewinnmaximierung, hin zu Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft schlägt sich auch in den Zahlen nieder:

 

  • Die Zufriedenheit der Mitarbeiter stieg um 80 Prozent.
  • Die Zahlen der Krankmeldungen als auch der Fluktuation sind deutlich gesunken.
  • Die Verweildauer der Mitarbeiter beträgt bei Upstalsboom mittlerweile etwa sieben Jahre. Der allgemeine Branchendurchschnitt liegt bei fünf Jahren. :
  • Der Umsatz verdoppelte sich seit 2009.

 

Fazit dieser New Work Experience: Zufriedene Mitarbeiter fördern den Unternehmenserfolg – eine Kultur, die die Mitarbeiter ins Zentrum rückt, lohnt sich also.

 

Was macht Upstalsboom sonst noch?

Upstalsboom engagiert sich auch sozial. Das Unternehmen fördert beispielsweise in einem Projekt gemeinsam mit einer Stiftung den Bau von Schulen in Ruanda und setzt sich somit für Bildung in Afrika ein.

 

» Weiterführende Links zur New Work Experience bei Upstalsboom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

Banner_NewWorkExperiences_mais

 

Dieser Beitrag wurde außerdem im Buch “Wir sind Chef” von Hermann Arnold sowie auf os.haufe.com veröffentlicht.

 

Ähnliche Beiträge

Dem Chef die Meinung sagen HSE24 gehört zu den erfolgreichsten Homeshopping-Unternehmen Europas. 2017 erwirtschaftete die Gruppe mit Märkten in Deutschland, Österreich, Schweiz,...
Die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit entdecken Was macht Buurtzorg? Das holländische Unternehmen Buurtzorg (holländisch für Nachbarschaftshilfe) ist im Bereich der häuslichen Pflege tätig. In den ...
Was Manager von Erkenntnissen vor 60 Jahren lernen können Es gibt Menschen, die sind ihrer Zeit weit voraus, eventuell sogar zu weit. Der austro-amerikanische Ökonom Peter F. Drucker war ein solcher Mensch. S...

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare hinterlassen

Nie wieder einen Beitrag verpassen

Gerne halten wir Sie über neue Trends und Themen im Bereich mitarbeiterzentrierte Unternehmensführung auf dem Laufenden.