New Work Experiences_Hearsay Systems

Individuelles Feedback agil und online

Mitarbeiterbeurteilung bei Hearsay Systems

Was macht Hearsay Systems?

Klassische Leistungsbeurteilungssysteme, bei denen sich Chef und Mitarbeiter einmal jährlich zusammensetzen, um die Leistungen des gesamten letzten Jahres zu besprechen, gelten immer mehr als überholt. Gerade in den letzten Jahren zeigt sich ein Trend dazu, jene Feedbackprozesse schrittweise abzulösen. Denn diese starre Vorgehensweise erscheint in der Unternehmenswelt von heute nicht mehr zeitgemäß, gilt es doch jetzt vor allem dynamische und agile Unternehmensstrukturen zu fördern. Größere Firmen wie Adobe, Deloitte und Accenture oder Swisscom aber auch kleine und mittelständische Unternehmen wie HSE24 oder Hearsay Systems gehen diesem Trend bereits nach. Letztere, eine kalifornische Softwarefirma, setzt agile Verfahren aktiv um und hat dazu unter anderem eine private Facebookseite erstellt, auf der Mitarbeiter ihren Kollegen in Echtzeit – und natürlich ohne dies öffentlich zu machen – Rückmeldungen geben können. Für den Beurteilungsprozess wählt prinzipiell jeder Mitarbeiter mehrere „Gutachter“ aus und die Abteilungsleiter suchen dazu weitere Kollegen, die relevantes Feedback geben könnten. Zusätzlich kann jeder Mitarbeiter, der einem Kollegen Rückmeldung geben möchte, sich ebenfalls zu Wort melden.

Welche Herausforderungen hat Hearsay Systems?

Im Kontext des unternehmerischen Alltags stellt die tatsächliche Umsetzung von Leistungsbeurteilungen durch die eigenen Kollegen wohl die größte Herausforderung dar. Viele Firmen führen solche Beurteilungsprozesse ein, ohne ein klares Verständnis davon zu haben, welche konkreten Informationen sie sich davon erhoffen. In einem ersten Schritt gilt es also, diese Parameter (z.B. bestimmte soziale Kompetenzen) zu definieren. Auch sollte klar kommuniziert werden, dass Feedback einzelner Kollegen nicht ausschlaggebend für negative Konsequenzen ist. Denn stichprobenartige Untersuchungen haben seit Einführung des Feedbacksystems gezeigt, dass Beurteilungen, bei denen von direkten Auswirkungen ausgegangen wird, im Schnitt mit einer Punktzahl von 4 von 5 Punkten und damit überaus positiv bewertet werden – die Mitarbeiter möchten folglich nicht für potenzielle Lohnkürzungen oder ähnliches von Kollegen verantwortlich sein. Die Angst vor negativen Konsequenzen stellt demnach häufig eine Hürde dar, die entsprechend adressiert werden muss. Gerade in kompetitivem Umfeld können Manipulationen – in positive wie auch in negative Richtung – einen Stolperstein darstellen. Für eine erfolgreiche Implementierung von Leistungsbeurteilungen durch Kollegen ist daher eine unterstützende, offene Kultur erforderlich, in der sich Mitarbeiter mit der Äußerung zu und Bewertungen ihrer Kollegen wohlfühlen und sich eine realistische und faire Einschätzung zutrauen. Dies kann am besten dadurch erreicht werden, dass ein solches Bewertungssystem nicht abrupt, sondern langsam eingeführt wird und Raum für Eingewöhnung bietet. Selbst Hearsay Systems mit seinen knapp 100 Mitarbeitern hat dazu einen 5-Jahresplan entwickelt, um das Feedback auf Kollegenebene organisch in das Leistungsbeurteilungssystem zu integrieren.

Welche Chancen bieten sich Hearsay Systems?

Regelmäßige 360°-Rückmeldungen virtualisiert und in Echtzeit bieten ein umfassendes Bild von Mitarbeiterleistungen. Das bedeutet konkret, dass Beurteilungen durch Kollegen ein realistisches und ganzheitliches Bild davon formen, wie Mitarbeiter im Team arbeiten und welchen Beitrag sie tatsächlich beisteuern. Der Vorteil eines solchen Bewertungssystems liegt darin, dass direkte Kollegen meist enger zusammenarbeiten als Mitarbeiter und Führungskräfte und daher häufig einen besseren Einblick haben als der Vorgesetzte. HR-Experten sind daher überzeugt: Die Möglichkeit zu gegenseitigen Leistungsbeurteilungen von Kollegen fördert auch ein kollaboratives Umfeld. Es wird davon ausgegangen, dass eine solche Unternehmenskultur das Gefühl gegenseitiger Fürsorge und Förderung bei der Weiterentwicklung jedes Einzelnen stärkt. Der starke Fokus auf zwischenmenschliche Kompetenzen statt harter Zahlen kann in einer von Offenheit geprägten Unternehmenskultur nicht nur die Gemeinschaft fördern, sondern sogar als Ansporn für mehr Leistung dienen. Genau das erscheint vor dem Hintergrund der neuen Arbeitswelt, in der durch vermehrtes virtuelles und projekthaftes Arbeiten Gemeinschaftssinn und Zugehörigkeitsgefühl vermeintlich auf der Strecke bleiben, als förderlich für jeden Einzelnen und damit auch für die Teams und die Gesamtorganisation.

 

Weiterführende Links zur New Work Experience bei Hearsay Systems

 

 

 

 

Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

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