Leadership Branding: Unternehmens­kultur und Führung im digitalen Zeitalter

Die digitalen Medien verändern alles. E-Mail, Instantmessaging und News-Feed führen zu einem schnell getakteten Informationsfluss und damit einer Reizüberflutung. Big Data und Social Media sorgen für eine immer stärkere Transparenz von Organisationen und Personen gleichermaßen. Unternehmenslenker müssen sich fragen, ob sie entsprechend der damit einhergehenden Herausforderungen aufgestellt sind. Zum Beispiel: Wie kann ich den zunehmenden Druck der neuen Medien auf Mitarbeiter und Unternehmen eindämmen? Und vor allem: Wie sieht eine professionelle Darstellung in den digitalen Medien – einerseits als Unternehmen, andererseits als Mensch – aus und wie lassen sich diese sinnvoll verknüpfen?

Eine neue Generation

Lernen können wir von den Digital Natives. Sie beweisen nicht immer Feingespür in ihrer Selbstdarstellung, doch im Handling digitaler Formate sind sie unschlagbar. Diese Generation ist mit den neuen Medien aufgewachsen und durch sie geprägt: unkomplizierter Austausch, unverbindlichere Absprachen, stets verfügbares Wissen, globale Ideen, flexibles Agieren, Omnipräsenz in den Medien. Sie haben eine ganz eigene Strategie, mit dieser Informationsflut umzugehen: Sie gehen Dinge oberflächlicher an, nehmen zunächst große Strömungen wahr. Ältere Generationen sagen ihnen deshalb oft Unverbindlichkeit nach und sprechen ihnen die Fähigkeit ab, richtig zuzuhören. Aber auch Digital Natives suchen Verbindlichkeit und Anker. Und wir brauchen diese neue Generation und ihre Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Wir müssen deshalb auf ihre Ansprüche eingehen und ihnen andere Trigger bieten: Was sie anspornt sind ein unkonventionelleres, vernetzteres Denken und ein stärkerer Wohlfühlfaktor. Arbeit darf auch Spaß machen. Als Arbeitgeber muss ich mir überlegen: Wie begeistere ich diese Menschen von meiner Idee als Unternehmer?

Neues Organisationsverständnis

Starre Hierarchien waren, meines Erachtens, schon immer die verkehrte Führungsmethode. Vielen dient sie, um fehlende Führungsfähigkeit zu verstecken, doch die Digital Natives sind nicht bereit, Ansagen einfach hinzunehmen. Für sie muss alles nachvollziehbar sein. Die meisten Unternehmen haben mittlerweile verstanden, dass es dahingehend ein Umdenken braucht. Die Führungskultur (Personal) ist da oft schneller als die Unternehmenskultur (Organisation), weil es teilweise möglich ist, in einzelnen Abteilungen autonom einen anderen Führungsstil zu leben als im Gesamtunternehmen. Doch wer die Digital Natives als Mitarbeiter und Kunden dauerhaft für sich gewinnen möchte, muss in neuen Formaten (z.B. globaler Think Tank) denken und entsprechend andere Arbeitszeiten und -formate (z.B. zeit- und ortsungebundenes Arbeiten) entwickeln.

CEO und Führungskraft: Als Marke begeistern

Während Hierarchien in den Hintergrund treten, wird Führung immer wichtiger. Das Digitale entfremdet uns einerseits voneinander, vernetzt uns andererseits aber auch auf eine bisher ungekannte Weise. Entscheidend ist die richtige Mischung aus Realität und Digitalem. Die einzelnen Generationen können hier viel voneinander lernen und gerade durch ihre Komplementarität stark voneinander profitieren. Der Mensch steht – auch im digitalen Zeitalter – als Erfolgsfaktor im Mittelpunkt. Ein guter Leader muss deshalb in der Lage sein, alle Zielgruppen des Unternehmens (Mitarbeiter, Geschäftspartner, Kunden etc.), und zwar altersunabhängig, für die übergeordnete Idee oder das Leitbild zu begeistern und die Stärken der Einzelnen so zusammen zu bringen, dass diese sich im Sinne des ganzheitlichen Ziels ideal ergänzen. Um eine solche Unternehmenskultur durchzusetzen, braucht es eine klare Identität der Führungspersönlichkeit. Sie als Leader müssen zur Marke werden, denn nur Marken schaffen es, zu begeistern.

 

Photo Credit: Nicolai Berntsen via Unsplash

 

 

 

Ähnliche Beiträge

Spielerische Transformation „Culture eats strategy for breakfast, lunch and dinner“  Das Zitat von Peter Drucker hat in der VUCA-Welt, also der von Volatilität, Unsicherheit, ...
Beförderungs­kriterium: Superheld Spiderman kommt eilig herangeschwungen, um Menschen in Not aus einem brennenden Gebäude zu retten. Beispiele wie diese von selbstlosen und edelmütigen...
Gleichberechtigung ja, Frauenquote nein Ich will keine Quotenfrau sein – und kenne auch sonst keine Frau, die diese Vorstellung angenehm findet. Aber ganz unabhängig von persönlichen Befindl...

Kommentare

  1. Amor Dhaouadi am

    Die Unternehmenskultur wird immer wichtiger im digitalen Zeitalter, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Maschinen. Damit der Mitarbeiter sein Potential entfalten kann, braucht er eine Atmosphäre, die ihn fördert und fordert, und keine Kultur, die ihn in seiner Kreativität nicht hemmt. Eine Kultur, wo z.B. Angst vor dem Scheitern herrscht, kann keine innovativen Produkte hervorbringen.
    Führungskräfte haben hier eine entscheidende Rolle. Sie müssen inspirieren, motivieren, fördern, Potentiale erkennen und pushen.
    Liebe Grüse
    Amor Dhaouadi

    Antworten

Nie wieder einen Beitrag verpassen

Gerne halten wir Sie über neue Trends und Themen im Bereich mitarbeiterzentrierte Unternehmensführung auf dem Laufenden.