New Work Experiences_Heitkamp & Hülscher

Was macht Heitkamp & Hülscher?

Das Straßenbauunternehmen Heitkamp & Hülscher aus dem Münsterland gründete 2006 das Tochterunternehmen H&H Team, in welchem Mitarbeiter zu Kommanditisten der neuen Gesellschaft werden können. Alle, die mindestens seit drei Jahren bei Heitkamp & Hülscher arbeiten, können als Mitgesellschafter der GmbH & Co KG beitreten. Der Grundgedanke dabei erscheint recht simpel: Ein Arbeitsumfeld für Mitarbeiter, das motivierend ist und in dem gemeinsam wirtschaftliche Erfolge erzielt werden. Die Devise lautet also „Betroffene zu Beteiligten machen“ und bezieht sich dabei nicht auf Change-Prozesse, sondern den täglichen Arbeitsalltag.

Ein zentrales Element der Unternehmenskultur – neben Vertrauen – ist dabei Transparenz: Entsprechend werden die Geschäftszahlen monatlich offengelegt, die Zwischenergebnisse der Baustellen in einem Bericht dokumentiert und das Jahresergebnis sowie Planzahlen vom Geschäftsführer Erwin Hülscher auf der jährlichen Gesellschafterversammlung präsentiert. Hülscher meint dazu: „Meine Mitarbeiter haben heute ein scharfes Bewusstsein und Verständnis für die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge“.

Während den Mitarbeitern zusammen die Hälfte des Maschinenparks gehört, obliegt die Geschäftsleitung nach wie vor dem Geschäftsführer. Wenn ein Mitarbeiter die Firma verlässt, nimmt er sein Kommanditkapital sowie das Guthaben auf seinem Kapitalkonto mit. Wer fünf Jahre oder länger Gesellschafter war, profitiert zusätzlich von den angesammelten stillen Reserven im Unternehmen.

 

Welche Herausforderungen hat Heitkamp & Hülscher?

Zu Beginn war Überzeugungsarbeit nötig: Da Kommanditisten mit ihrer Einlage für Verbindlichkeiten der Firma haften, hatten einige Mitarbeiter Angst vor dem Verlust ihres eingesetzten Kapitals. Die Geschäftsführung nahm sich deshalb Zeit, den Mitarbeitern das Konzept zu erklären und auch das „gesicherte“ Szenario im Fall einer Insolvenz des Mutterunternehmens aufzuzeigen.

Die große Herausforderung dabei: Die Mitarbeiter als Gesellschafter einzubinden, bringt – zumindest in der Anfangsphase – einen hohen Organisationsaufwand und entsprechende Kosten mit sich. Firma und Gesellschafter müssen ins Handelsregister eingetragen werden und das neue Unternehmen benötigt eine eigene Buchführung. Damit die Mitarbeiter Kommanditisten werden können, muss zudem ein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt werden.

 

Welche Chancen bieten sich Heitkamp & Hülscher?

Finanzielle Einbindung von Mitarbeitern bietet eine Reihe von Vorteilen: direkt ersichtliche wie erhöhtes Eigenkapital, aber auch langfristiger Mehrwert für das Unternehmen durch eine erhöhte Arbeitgeberattraktivität, erhöhte Motivation und gestiegenes Engagement und Eigeninitiative der Mitarbeiter. Dies wird nicht zuletzt durch nachweislich erhöhte Produktivität unterstrichen.

Diese Vorteile zeigen sich bei Heitkamp & Hülscher auch im Arbeitsalltag: vermehrte Optimierungsvorschläge von Mitarbeitern, z.B. hinsichtlich eines geringeren Dieselverbrauchs der Maschinen, Minimierung von Diebstahlgefahr oder auch der regelmäßige Kurzcheck der Maschinen vor Dienstschluss mittels Ölstand-Kontrollen, Einfettung u.Ä., welche zuvor nur unregelmäßig und nicht ohne Aufforderung durchgeführt wurden. Alle diese Faktoren sprechen für eine sensibilisierte Wahrnehmung für und Beteiligung am Unternehmenserfolg.

Die Überzeugungsarbeit hat sich folglich gelohnt. Bereits im ersten Jahr beteiligten sich 32 von 36 der berechtigten Mitarbeiter, die restlichen zogen im darauffolgenden Jahr nach. Bis zum Jahr 2016 hatte H&H insgesamt 54 Gesellschafter – die Gesamtzahl aller Berechtigten!

 

Weiterführende Links zur New Work Experience bei Heitkamp & Hülscher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

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Dieser Beitrag wurde außerdem auf os.haufe.com veröffentlicht.

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