Mitarbeiter, motiviert euch selbst!

Unzählige Studien beweisen: Motivierte Mitarbeiter sind leistungsfähiger, glücklicher und gesünder. Was Sie ebenfalls häufig als Folge aus dieser Erkenntnis lesen, ist die vermeintliche Notwendigkeit, dass Vorgesetzte ihre Mitarbeiter motivieren müssen. Jedoch ist meine Sicht, dass jeder für seine Motivation selbst verantwortlich ist.

Unsere Mitarbeiter sind unser Erfolgsfaktor: Sie stehen im Mittelpunkt unseres Unternehmens und wir wollen, dass es ihnen gut geht. Deswegen habe ich mich als CEO häufig dabei erwischt, wie ich mich für die Motivation unserer Mitarbeiter verantwortlich gefühlt habe. Und bin gescheitert.

Nun könnten Sie natürlich daraus schlussfolgern, ich machte meinen Job einfach nicht gut genug. Vielmehr bin ich aber der Meinung, dass es gar nicht erst mein Job ist, unsere Mitarbeiter zu motivieren, sondern die Rahmenbedingungen zu schaffen. Somit meine Thesen zum Thema Motivation:

 

  1. Machen Sie sich nicht für die Motivation Ihrer Mitarbeiter verantwortlich!

Die Verantwortung für ihre Motivation liegt bei Ihren Mitarbeitern selbst. Sie müssen ihnen ein attraktives Umfeld schaffen, sie fair bezahlen, ihnen Perspektiven bieten und ihnen für ihre Leistungen danken. Aber selbst wenn Sie dahingehend alles richtig machen, besteht keine Garantie für motivierte Mitarbeiter. Motivation kommt aus dem Menschen selbst und die einzige Motivation, für die Sie wirklich verantwortlich sind, ist Ihre eigene!

 

  1. Fordern Sie Motivation von Ihren Mitarbeitern ein!

Manche Stellenprofile lesen sich wie die Charakteristik eines Idealmenschen. Das ist natürlich übertrieben, aber gewisse Dinge, wie z.B. verhandlungssicheres Englisch, dürfen Sie bei Ihren Mitarbeitern ruhig voraussetzen, weil sie schlicht unverzichtbar sind. Warum also nicht auch Motivation? Sie erfüllen Ihren Teil der Abmachung, indem Sie das oben beschriebene gute Umfeld schaffen – im Gegenzug ist Ihr Mitarbeiter Ihnen motiviertes Engagement schuldig.

 

  1. Stellen Sie höhere Leistungsanforderungen an Ihre Mitarbeiter!

Eintönigkeit und Langeweile sind wahre Motivationskiller. Zum motivationsfördernden Umfeld gehören deshalb auch Herausforderungen, an denen Ihre Mitarbeiter wachsen und Spaß haben. Viele Mitarbeiter sind aus Unterforderung unmotiviert und brauchen einfach mehr Anreiz. Schon öfter hatten wir den Fall, dass wir uns mit richtig guten, aber unmotivierten Mitarbeitern konfrontiert sahen. Mit den üblichen Herangehensweisen zur Motivation sind wir mehrfach kläglich gescheitert: Weder neue Aufgabenbereiche, noch ein Vertrauensvorschuss haben eine Veränderung bewirken können. Stattdessen haben wir angefangen, klare und höhere Forderungen zu stellen. Die Mitarbeiter werden dadurch angespornt, mehr Leistung zu erbringen und ziehen daraus neue Motivation. Denn: Erfolgreich bewältigte Herausforderungen wecken die Lust auf mehr!

 

Wie geht es Ihnen? Fühlen Sie sich für die Motivation Ihrer Mitarbeiter verantwortlich? Und gelingt es Ihnen, Ihre Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren?

 

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Kommentare

  1. Patrick Maloney am

    Mir ging es ähnlich wie Ihnen: Als ich meine erste Führungsposition antrat, war auch ich der Ansicht, ich sei für die Motivation meiner Mitarbeiter verantwortlich. Ich dachte ich müsste als Führungskraft eine gelungene Mischung aus Einpeitscher und Entertainer sein, um Erfolg zu haben. Ziemlich schnell merkte ich, dass ich auf dem Holzweg war.

    Jemanden motivieren funktioniert nicht. Glücklicherweise sind wir Menschen keine Reiz-Reaktions-Maschinen, die auf Knopfdruck die gewünschte Funktion erfüllen. Es genügt nicht, mit Anreizen zu wedeln, damit sich ein Mitarbeiter in Bewegung setzt. Das funktioniert ja nicht einmal bei Hunden. Wir können uns aber selbst motivieren und verfügen auch über ein hohes Maß intrinsischer Motivation – solange sie nicht von Umfeldfaktoren zerstört oder durch extrinsische Motivationsanreize ersetzt wird.

    Genauso wenig wie ich jemanden motivieren kann, kann ich dafür sorgen, dass ein anderer Mensch etwas lernt. Ich kann allenfalls eine Umgebung schaffen, in der Lernen möglich oder im besten Fall sogar wahrscheinlich ist. Alles andere liegt außerhalb meines Einflussbereiches – und das zu erkennen, wirkt befreiend.

    Seitdem ich das begriffen habe, erkundige ich mich in Mitarbeitergesprächen grundsätzlich danach, was sich im Arbeitsumfeld oder in den Arbeitsbedingungen des/der Einzelnen positiv verändern müsste, damit er/sie noch motivierter ans Werk geht. Mit den Antworten kann ich immer etwas anfangen, da sie Faktoren betreffen, die zu verbessern ich oder wir im Team in der Lage sind. Gleichzeitig mache ich damit auch meinen Mitarbeitern deutlich, dass sie für ihre Motivation verantwortlich sind und ich lediglich die Rahmenbedingungen beeinflussen kann, die auf ihre intrinsische Motivation einwirken.

    Antworten
    • Marc Stoffel am

      Lieber Herr Maloney,

      ich fürchte, dass sich die meisten Führungskräfte diesem Druck ausgesetzt fühlen. Umso mehr freut es mich zu lesen, dass Sie einen Weg des Dialogs mit Ihren Mitarbeitern gefunden haben. Vielen Dank auch, dass Sie Ihren Ansatz mit uns teilen, von dem beide Seiten profitieren: Sie selbst fühlen sich befreit, wie Sie sagen, und Ihre Mitarbeiter haben die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen Ihres Arbeitsalltags mitzugestalten. Zum Thema intrinsischer Motivation möchte ich Sie zudem auf einen TED Talk von Dan Pink aufmerksam machen, der Ihnen eventuell gefallen könnte: http://bit.ly/1z5gBk5 und Ihnen auch nochmal für den regen Austausch im Webinar gestern danken.

      Mit herzlichen Grüßen,
      Marc Stoffel

      Antworten
  2. Peter Kosel am

    Hallo Marc, sehe es genau wie Du. Mitarbeitermotivation ist Mitarbeitersache. Vermeidung von Demotivation ist Führungs-/Coach-Aufgabe. Eventuell müsste man mal die Bezeichnung Mitarbeiter neue definieren. Mitarbeiten impliziert etwas passives und daher ggf. auch den Anspruch darauf, motiviert werden zu müssen. Habt ihr eine gute Idee das Wort Mitarbeiter durch etwas Passenderes zu ersetzen? Viele Grüsse Peter

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    • Marc Stoffel am

      Hallo Peter,

      ich denke, das hat weniger mit dem Wort “Mitarbeiter” zu tun als vielmehr mit dem Konzept, das viele damit verknüpfen. Wenn alle gemeinsam an etwas “mitarbeiten”, ist das doch eigentlich etwas sehr Aktives. Und auch in unserer Philosophie “Mitarbeiter führen Unternehmen” verstehen wir Mitarbeiter als Akteure, die das Unternehmen aktiv vorantreiben. Wir sollten also vielmehr den Begriff neu denken als ihn zu ersetzen. Hast du selbst denn einen Vorschlag, was man stattdessen sagen könnte? Im Rahmen unseres Engagements im amerikanischen Markt sprechen wir von Mitarbeitern als “Intrapreneuren”. Wie gefällt dir das als Begriff?

      Beste Grüße,
      Marc

      Antworten
  3. Maya Fielitz am

    Hallo Marc. Ihr zeigt mit eurer neuen, sehr gut durchdachten Unternehmensstruktur, das “Disruption” die härtesten Nüsse knacken kann. Alleine dieser mutige und grosse Ansatz lässt die Motivierten, auch die, bei denen die Motivation-Abhanden-Gekommen ist, aufhorchen. Du schlägst als Substitut für Mitarbeiter “Intrapreneuren” vor, ja, dieser Begriff bzw. “Teilhaber” gefallen mir. Mut zur Selbstverantwortung wird geweckt und beflügelt. Mich habt ihr bereits sehr begeistert.

    Antworten
    • Marc Stoffel am

      Liebe Maya,

      danke dir für dein positives Feedback. Was mir auch gut gefällt und dem von dir vorgeschlagenen Begriff nahe kommt, ist die Bezeichnung “Mitunternehmer”. Thomas Sattelberger spricht zudem gerne von “Unternehmensbürgern”. Wichtiger ist aber wirklich die Idee, die dahinter steckt – wie du schon sagst: Mitarbeiter, die den Mut haben und dazu befähigt werden, selbstverantwortlich und vor allem selbstbestimmt zu arbeiten.

      Mit besten Grüßen,
      Marc

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