Power-Duo: Warum Doppel­spitzen oft erfolgreicher sind

Seit Jahrzehnten sieht sich das Management mit dem gleichen Problem konfrontiert: Der beste Entwickler wird Entwicklungsleiter, der beste Vertriebler Vertriebsleiter. Die Crux: Das Unternehmen verliert seine erfahrensten Experten und gewinnt häufig schlechte Manager.

Dabei muss Führung als eigenes Expertenfeld begriffen werden, das spezifische Stärken erfordert. Wie aber sieht erfolgreiche Führung aus?

 

Das Leadership-Management-Modell

Betrachtet man die Unternehmensführung vieler Konzerne in Zeiten ihrer größten Erfolge, so findet sich häufig ein Team aus einem visionären Leader mit großer Fachexpertise und einem umsetzungsstarken Manager, der die Dinge vorantreibt:

 

Unternehmen Leader Manager
Microsoft Bill Gates Steve Ballmer
Apple Steve Jobs Tim Cook
Google Sergey Brin, Lawrence Page Eric Schmidt
Facebook Mark Zuckerberg Sheryl Sandberg
SAP Hasso Plattner Dietmar Hopp
General Electric Thomas Edison William Gilmore, Charles Coffin

 

Wendet man dieses Modell auf die gesamte Organisation an, verändern sich das klassische Organigramm und das Verständnis der Aufgabenverteilung. Natürlich können nicht alle Führungspositionen mit einer Doppelspitze besetzt werden, aber es kann beispielsweise ein von mehreren kleinen Teams geteilter Manager ernannt werden. Für den Leader bedeutet das zwar, die Personalverantwortung abzugeben, aber eben auch zu alter Stärke zurückzufinden – indem er das tut, was er am besten kann.

 

Und wer sind Sie: visionärer Leader oder umsetzungsstarker Manager?

 

  Leader Manager
Teamleiter Leader und Manager leiten gemeinsam das Team!
Fachexperte meistens nicht zwingend
Personalverantwortung nein ja
Im Konfliktfall
  • Priorisierung der Aufgaben
  • Budgetzuteilung
  • Umsetzung
  • Zeitplanung
  • Budgetkontrolle
Beziehung zum Mitarbeiter Berater direkter Vorgesetzter
Dienst am Mitarbeiter
  • Lösen fachlicher Problemstellungen
  • Unterstützung in der Arbeit
  • Ideen und Vorschläge geben
  • Inspiration durch Vision
  • Arbeit planen
  • Mitarbeiterentwicklung im Unternehmen
  • Notwendige Ressourcen verwalten
  • Schutz vor Überlastung und Ungerechtigkeit
  • Motivation
Im Vorfeld Fachexperte, der Freude an der Lösung von Problemen hat und darüber alles andere vergisst Administrator, dem klare Prozesse wichtig sind und auch bei anderen darauf achtet

 

Beispielsweise hat auch die agile Software-Entwicklung diese Aufgabenteilung sehr gut umgesetzt. Der Product-Owner ist der fachliche Leader, der Scrum-Master ist der operationale Manager.

 

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Kommentare

  1. Michael Endres am

    Interessanter Artikel, dem ich zustimmen kann.
    Allerdings scheint ihnen ein kleiner Fehler unterlaufen zu sein. Im Konfliktfall sollte wohl eher der Manager das Sagen haben, ansonsten liegen alle Verantwortlichkeiten beim Leader.

    Antworten
    • Hermann Arnold am

      Lieber Herr Endres,
      da haben Sie absolut Recht! Uns ist ein Fehler unterlaufen und alle Bulletpoints, die eigentlich zum Manager gehören, sind in die Spalte des Leaders gerutscht. Vielen Dank fürs aufmerksame Lesen – wir haben den Fehler umgehend behoben.
      Unabhängig davon freut es mich, dass Sie dem Artikel zustimmen können.

      Antworten

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