Aufgabendefinition bei Morning Star

Was ist das Besondere an Morning Star?

Morning Star ist weltweit der größte Hersteller von Tomatenprodukten und beliefert 40 Prozent des US-amerikanischen Marktes. Das Unternehmen ist durchgängig von Selbstmanagement geprägt – es gibt keine Manager, keine Hierarchien und keine Jobtitel. Die Mitarbeiter definieren ihre Jobverantwortlichkeiten und Aufgaben selbst, bringen eigenständig Innovationen hervor und die nötigen Mittel dafür auf. In der Unternehmenspraxis managen sich die Beschäftigten gegenseitig: Entscheidungen der Mitarbeiter verstehen sich als Selbstverpflichtung gegenüber Kollegen und werden bindend in sogenannten CLOUs (Colleague Letters of Understanding) zusammengefasst. Jeder Beschäftigte hält darin seinen persönlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg als Mission fest und wird auf diese Weise befähigt, unabhängig und in Eigenregie Aktivitäten mit den Kollegen zu initiieren.

 

Welche Herausforderungen hat Morning Star?

Nicht jeder Mitarbeiter ist als Gestalter geboren und für das Selbstmanagement gemacht. Besonders nach langer Zeit in hierarchischen Strukturen kann es etwa für den Fahrer eines Trucks voller Tomaten schwierig sein, vollkommen selbstständig agieren zu müssen – ohne klare Ansagen, wie die anstehenden Aufgaben erledigt werden sollen.

Tatsächlich benötigen neue Mitarbeiter bei Morning Star etwa ein Jahr, bis sie sich vollständig akklimatisiert haben. Auch können durch das rigorose Selbstmanagement gerade dann Stolperfallen entstehen, wenn Erwartungen nicht erfüllt und dies unter den Kollegen nicht akkurat vermittelt werden kann.

 

Welche Chancen bieten sich Morning Star?

Durch nicht vordefinierte Rollen werden die Mitarbeiter nicht in Schubladen eingeordnet und jeder hat die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Auf diese Weise wird das individuelle Entwicklungspotenzial stärker gefördert als im Rahmen einer vorgegebenen Position. Die Erfolge von Morning Star spiegeln die Vorteile dieser Arbeitsweise deutlich wider: Die Tomatenfabrik verzeichnet signifikant mehr Initiative, Expertise, Flexibilität, Kollegialität, Loyalität und ein besseres Urteilsvermögen der Mitarbeiter.

 

Was macht Morning Star sonst noch?

Auch in Konfliktsituationen hat sich der No-Manager-Ansatz bereits bewährt. So werden beispielsweise zur Lösung aufkommender Konflikte oder auch in punkto Kompensation jeweils mehrere Peers eingebunden, die über die entsprechenden Themen beraten und entscheiden.

 

» Weiterführende Links zur New Work Experience bei Morning Star

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

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Dieser Beitrag wurde außerdem im Buch “Wir sind Chef” von Hermann Arnold sowie auf os.haufe.com veröffentlicht.

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