New Work Experiences_Spotify

Viele Stimmen werden zu einem Song

Bei Spotify gilt der Grundsatz: Community statt starrer Strukturen. Anstelle von Organigrammen treten bei dem Musikstreaming-Dienst sogenannte Squads, Tribes und Guilds:

  • Squads sind autonome cross-funktionale Teams aus maximal acht Mitarbeitern, die selbst bestimmen, wie und an welchen Themen und Aufgaben sie arbeiten. Neben kurzfristigen Zielen haben sie auch eine langfristige und der Gesamtmission von Spotify untergeordnete Mission.
  • Tribes sind inhaltlich zusammenhängende Gruppen von Squads.
  • Guilds sind Interessensgemeinschaften, die dem Wissensaustausch zu spezifischen Themenbereichen dienen. Sie stehen allen Mitarbeitern offen.

Diese gelebte Selbstorganisation vergleicht Spotify mit dem Zusammenspiel einer Jazzband: Wenngleich jeder Musiker autonom ist, hören sie aufeinander und fokussieren sich so auf ein gemeinsames Lied.

 

Welche Chancen bieten sich durch Selbstorganisation?

Autonomie wird bei Spotify insgesamt großgeschrieben: Die Squads übernehmen von Anfang bis Ende eines Projekt die Verantwortung, treffen eigenständig Entscheidungen und profitieren so von geringeren Abhängigkeiten sowie reduziertem Koordinationsaufwand. Spotify nutzt den Community-Gedanken zur Förderung informeller Prozesse – die wertvollste Kommunikation findet somit persönlich und meist spontan statt.

Dass diese Arbeitsweise nachweislich Innovation fördert, bewiesen in den 1970er Jahren bereits Richard Hackman und Greg R. Oldham. Im Rahmen ihres Job Characteristics Model“ identifizierten sie Autonomie als eine von fünf Kerndimensionen der erfolgreichen Umsetzung von Aufgaben. Eine Vielzahl späterer Studien bestätigt Eigenständigkeit als eine zentrale Arbeitsbedingung, die Motivation von Mitarbeitern stärkt und Kreativität und Innovationsleistungen fördert.

 

Welche Herausforderungen hat Spotify?

Klar ist: Auch Selbstorganisation benötigt einen festen Rahmen, innerhalb dessen sich Mitarbeiter frei entfalten können. Aus diesem Grund betrachtet Spotify Autonomie und Alignment nicht als Widerspruch, sondern als zwei Dimensionen, die sich gegenseitig bedingen. Das Ziel: Lose verknüpfte, aber eng abgestimmte Squads zu bilden. Alignment zur Produktstrategie, Firmenprioritäten sowie anderen Squads ist somit Voraussetzung für Autonomie. Die Herausforderung, die sich daraus für Spotify ergibt, ist es, diese agilen, flexiblen Squads firmenübergreifend über längere Zeiträume jeweils situativ optimal zu bilden. Um das zu ermöglichen, nutzt Spotify regelmäßige und kontinuierliche Experimentierphasen.

 

Was macht Spotify sonst noch?

Spotify legt großen Wert auf die Motivation der Mitarbeiter, die durch eine offene Kultur des Vertrauens und gegenseitigen Respekts gefördert werden soll. Erfolge werden geteilt und regelmäßige interne Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit genutzt, um mögliche Schwachstellen frühzeitig erkennen und beseitigen zu können.

 

Über Spotify

Spotify ist ein Musikstreaming-Dienst, der das Hören von Musik, Podcasts und anderen Audiodateien über das Internet ermöglicht. Diese werden dabei von Musiklabels zur Verfügung gestellt und von diesen lizenziert. Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich über ein sogenanntes „Freemium“-Modell: einfache, grundlegende Dienstleistungen können gratis bezogen werden, zusätzliche Funktionen sind nur mit kostenpflichtigen Premium-Angeboten nutzbar. Die im Jahr 2006 gegründete Firma ist in Stockholm ansässig und beschäftigt inzwischen 2.000 Mitarbeiter.

 

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Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

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Dieser Beitrag wurde außerdem auf os.haufe.com veröffentlicht.

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