New Work Experiences_Leobersdorfer Maschinenfabrik_Blogparade

Recruiting auf Augenhöhe

Teamrecruiting bei der Leobersdorfer Maschinenfabrik

Im Rahmen ihrer Blogparade #betterwork will die Digitalberatung etventure wissen: Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus und vor allem, wie muss Arbeit sein, damit sie mehr Spaß macht, sinnvoller, erfüllender – schlicht besser – ist? Wir wollen als zweiten Beitrag aus unserer Artikelreihe „New Work Experiences“ für die Blogparade das Methodenkonzept der Leobersdorfer Maschinenfabrik als Praxisbeispiel vorstellen. Das Unternehmen aus Niederösterreich setzt auf Teamrecruiting im wortwörtlichen Sinne, denn hier bestimmen auch Azubis gleichberechtigt mit. Es gilt: Von Anfang an integral im Team.

Was macht die Leobersdorfer Maschinenfabrik?

Die Leobersdorfer Maschinenfabrik, mit Sitz in der gleichnamigen niederösterreichischen Marktgemeinde, ist spezialisiert auf die Herstellung kundenspezifischer Hochleistungskompressoren. Um dem Fachkräftemangel im Produktionsbereich entgegenzuwirken, hat das Unternehmen den Einstellungsprozess seiner Auszubildenden seit 2010 grundlegend umstrukturiert: Die Verantwortung für den Lehrlingsnachwuchs sowie die Entwicklung eines neuen Bewerbungsverfahrens wurde den Auszubildenden selbst übertragen. So konnten diese auf konzeptioneller Ebene einen schriftlichen Test für die Bewerber erarbeiten sowie ein objektivierbares Punktesystem für die Bewertung entwickeln. An den Bewerbertagen können die Lehrlinge dies nicht nur in der Praxis umsetzen, sondern übernehmen darüber hinaus maßgeblich die Führungen durch das Unternehmen, die Auswertung des von ihnen entwickelten Tests sowie die abschließenden Einzelgespräche mit potenziellen neuen Kollegen. Bei der Beurteilung sind Lehrlinge, Lehrlingsbetreuer und Personalleiter gleichermaßen stimmberechtigt.

Welche Herausforderungen hat die Leobersdorfer Maschinenfabrik?

Wenn Führungskräfte nicht oder nur wenig in Recruiting-Prozesse involviert werden, spricht man auch von Team-Recruiting. Die Leobersdorfer Maschinenfabrik geht mit ihrem Azubi-Recruiting sogar noch einen Schritt weiter und wirft dadurch natürlich die Frage auf: Haben Berufsanfänger die nötige Erfahrung, um diese Verantwortung zu übernehmen? Die Erfolgsquote des österreichischen Unternehmens beantwortet diese Frage sehr deutlich: Die Übereinstimmungsquote von Azubi-, Ausbilder- und HR-Beurteilung von 85 Prozent spricht eine klare Sprache.

Ein weiterer Punkt, der gerade für mittelständische und noch weniger bekannte Arbeitgeber bei der Suche nach guten Bewerbern eine große Rolle spielt, ist die Außenwirkung. Wird ein solches, doch eher noch ungewöhnliches Konzept anfänglich teilweise belächelt und zunächst nicht ernst genommen, kann es mittel- und langfristig jedoch zu einem starken Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb werden.

Welche Chancen bieten sich der Leobersdorfer Maschinenfabrik?

Die einzigartige Rekrutierungsmethode hat in ganz Oberösterreich Aufmerksamkeit erregt und die Bekanntheit des Traditionsunternehmens enorm gesteigert. Weitere Vorteile der Einstellung von Lehrlingen durch Lehrlinge liefern die Azubis selbst: Sie kennen die zu bewältigenden Aufgaben und damit auch die notwendigen Anforderungen am besten. Zudem senkt ein Bewerbungsprozess auf Augenhöhe die Nervosität der Kandidaten und die potenziellen Auszubildenden erhalten einen guten ersten Eindruck der Arbeitsatmosphäre. Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich: Die Anzahl an Bewerbungen hat sich verfünffacht, die schulischen Leistungen der Azubis haben sich stark verbessert und es gab seither einen deutlichen Anstieg an ausgezeichneten Lehrabschlüssen. Diese Erfolge zeigen: Das entgegengebrachte Vertrauen und die frühe Übernahme von Verantwortung zahlt sich für die Leobersdorfer Maschinenfabrik in vielfacher Hinsicht aus.

Was macht die Leobersdorfer Maschinenfabrik sonst noch?

Über den direkten Einstellungsprozess hinaus sind die Azubis auch aktiv in das Unternehmensmarketing integriert: Bei Social-Media-Aktivitäten und auf Messeständen sind sie das Aushängeschild des Unternehmens.

Warum die Leobersdorfer Maschinenfabrik zu #betterwork beiträgt

Die Frage, wie besseres Arbeiten im Unternehmen erreicht werden kann, kann nur dann effizient beantwortet werden, wenn sie sich an alle Mitarbeiter eines Unternehmens richtet. Die Leobersdorfer Maschinenfabrik bietet bereits seinen Auszubildenden die Möglichkeit, sich verantwortungsvoll einzubringen und aktiv mitzuentscheiden. Werden alle Stimmen eines Unternehmens von Anfang an gehört, können auch alle Meinungen in die Unternehmensgestaltung und -entwicklung einfließen und damit #betterwork fördern.

 

Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

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Dieser Beitrag vom 19.04.2018 wurde ursprünglich im Buch “Wir sind Chef” von Hermann Arnold veröffentlicht und wird nun im Zuge der Blogparade #betterwork neu geteilt.

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