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Wissen, was der Chef verdient

Transparente Entlohnung bei Ergon Informatik

Die von der Digitalberatung etventure initiierte Blogparade #betterwork will von ihren Teilnehmern wissen: Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Wie muss Arbeit sein, damit sie mehr Spaß macht, sinnvoller, erfüllender – schlicht besser – ist? Diese Fragen wollen wir abschließend mit einem dritten New Work Pionier aus unserer Artikelreihe „New Work Experiences“ beantworten. Denn in unseren Augen setzt die Ergon Informatik AG den Ansatz von #betterwork beispielhaft um. Der Schweizer Softwarehersteller bietet seinen Mitarbeitern durch ein vollkommen transparentes und dynamisches Lohnsystem, in dem offen über Gehälter gesprochen wird, Antworten auf die allgegenwärtige Frage nach den Gehältern der anderen.

Wie funktioniert transparente Entlohnung bei Ergon?

Die Ergon Informatik AG, ein Softwarehersteller mit Sitz in Zürich, ist geprägt von den vier Werten Gleichheit, Transparenz, Mitbestimmung und Beteiligung. Diese spiegeln sich in allen Bereichen des Unternehmens wider – auch im Gehaltssystem:

Jeder Mitarbeiter bei Ergon Informatik weiß, was die Kollegen verdienen. In den ersten 15 Jahren erhalten alle Mitarbeiter eine kontinuierliche Lohnerhöhung, danach bleibt das Gehalt auf der höchsten Stufe. 80 Prozent des ausgehandelten Lohns sind den Mitarbeitern garantiert, der Rest wird als Boni an die jeweiligen Projektteams ausbezahlt, wenn die gemeinsam vereinbarten Ziele erreicht worden sind. Diese Boni werden dann in den Teams eigenständig untereinander aufgeteilt. Als Kontrollmechanismus können die Mitarbeiter Entscheidungen der Teamleitung via Mehrheitsbeschluss auf der nächsthöheren Hierarchiestufe anfechten.

Welche Chancen bieten sich durch transparente Entlohnung?

Die weitreichende Umsetzung der Unternehmenswerte bei Ergon Informatik fördert eine Kultur, die auf nicht-monetäre Incentivierung setzt. Gehalt wird als Belohnung von Leistung betrachtet, nicht als extrinsischer Motivator. Darüber hinaus führt die Transparenz der Gehaltsstruktur zu einer wahrgenommenen prozeduralen Gerechtigkeit. Das heißt, wenn Entlohnung als fair empfunden wird, werden Entscheidungen eher akzeptiert, wodurch sich kontraproduktives Verhalten vermindert. Durch die Einflussmöglichkeiten der Mitarbeiter wird zudem eine motivierende Arbeitsatmosphäre gefördert – die beste Mund-zu-Mund-Propaganda, die man sich schaffen kann. Tatsächlich hat Ergon Informatik bislang kaum Stellenausschreibungen veröffentlicht oder Personalvermittler beauftragt – denn am Ende sind es meist nicht die Löhne, die sich herumsprechen, sondern projektorganisiertes Arbeiten, das auf individuelle Fähigkeiten fokussiert, dabei große Freiräume bereithält und insgesamt eine Kultur, die Mitarbeiter zu Firmenbotschaftern macht.

Welche Herausforderungen hat Ergon Informatik?

Die größte Herausforderung für Ergon Informatik war es, Gleichheit und Beteiligung im transparenten Gehaltssystem so zu gestalten, dass die Mitarbeiter es als fair empfinden. So galt es beispielsweise, auch die persönliche Weiterentwicklung eines jeden Mitarbeiters angemessen zu entlohnen, um die Motivation aufrecht zu erhalten – ohne dabei die Gehaltsstruktur ins Ungleichgewicht zu bringen. Aus diesem Grund erhalten etwa Projektleiter eine gesonderte Entlohnung. Nach wie vor, so Geschäftsführerin Gabriela Keller, werde das Gehaltssystem regelmäßig optimiert und an neue Herausforderungen angepasst, um eine kontinuierliche Weiterentwicklung sicherzustellen.

Was macht Ergon Informatik sonst noch?

Die Unternehmenswerte Gleichheit, Transparenz, Mitbestimmung und Beteiligung werden in vielen Bereichen von Ergon Informatik deutlich: So können Mitarbeiter Vorschläge der Geschäftsleitung offen diskutieren und sogar an den Verwaltungsrat zurückweisen. Auch bei den Anteilen von Aktionären am jährlichen Cashflow haben die Mitarbeiter ein Mitspracherecht und können, obwohl sie keine Optionen erhalten, einen internen Aktienmarkt im unternehmenseigenen Intranet nutzen.

Warum Ergon zu #betterwork beiträgt

Die verschiedenen Gehälter der Mitarbeiter eines Unternehmens sind oft der Quell für Spekulation, aber auch Unzufriedenheit und Missgunst untereinander. Ergon Informatik AG umgeht diesen möglichen Krisenherd, indem das Unternehmen von Anfang an auf maximale Transparenz setzt und Raum zur aktiven Mitgestaltung schafft. Den Mitarbeitern zu jeder Zeit zu vermitteln, dass sie einen fairen Ausgleich für ihre Leistungen erhalten und mitsprechen können, fördert Motivation und Einsatzbereitschaft und trägt damit zu #betterwork bei.

 

Mehr zu unserer Reihe “New Work Experiences”:

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Dieser Beitrag vom 26.04.2018 wurde bei der Blogparade #betterwork eingereicht und wird daher im Zuge dessen neu geteilt.

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