Unabhängigkeit als Schlüssel zur (musikalischen) Harmonie

Unabhängig­keit als Schlüssel zur (musikal­ischen) Harmonie

Was ist das Besondere an den Berliner Philharmonikern?

Das weltweit renommierte Orchester wählt seine Chefdirigenten selbst – ohne Einfluss des Intendanten, des amtierenden Chefs oder des Berliner Senats, der Arbeitgeber der Musiker ist. Diese Selbstbestimmung leben die Berliner Philharmoniker bereits seit ihrer Gründung Ende des 19. Jahrhunderts, die damals ein rebellischer Akt gegen schlechte Konditionen für Musiker war. Über die Kandidaten in der engeren Auswahl für die Position des Chefdirigenten diskutieren die 124 stimmberechtigten Musiker intensiv, bevor sie sich entscheiden. Anschließend geben alle in einer geheimen Wahl, die einer erfahrungsbasierten Wahlordnung folgt, ihre Stimme ab.

 

Welche Herausforderungen haben die Berliner Philharmoniker?

Musiker legen ihr Herz in Musikstücke. Sie interpretieren die Umsetzung von Stücken daher auch sehr persönlich. Zusätzlich gibt ein Chefdirigent im wahrsten Sinne den Ton an. Er prägt das Gesamtbild der jeweiligen Stücke maßgeblich und damit auch die Reputation des Ensembles. Kurz: Er verleiht dem Orchester sein Gesicht. Deswegen ist es eminent, dass die Harmonie zwischen den Beteiligten stimmt. Es ist also kaum verwunderlich, dass die individuellen Einschätzungen über die Zusammenarbeit mit potenziellen Kandidaten weit auseinander liegen können. Gerade die letzte – fast verpatzte – Wahl manifestiert dies: Die Kollegen wurden sich auch nach 12 Stunden lebhafter Diskussion nicht einig. Erst in einem zusätzlichen Wahlgang entschied sich die große Mehrheit für Kirill Petrenko. Dieses Votum ist ein gutes Beispiel dafür, dass demokratische Prozesse nicht immer reibungslos ablaufen. Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, diese einzuführen, müssen sich daher bewusst sein: Demokratie bedeutet Verantwortung und kann nicht ohne konstruktive Streitkultur gelebt werden.

 

Welche Chancen bieten sich den Berliner Philharmonikern?

Durch die Freiheiten, die die Musiker haben, entwickeln sie einerseits ein gesteigertes Verantwortungsbewusstsein und andererseits eine erhöhte Motivation. Eine Wahl verleiht auch dem Orchesterleiter eine stärkere Daseinsberechtigung, eine höhere Akzeptanz und ermöglicht ein viel harmonischeres Zusammenspiel aller Beteiligten. Das gibt ihm wiederum viel Spielraum in seiner persönlichen Interpretation der Musik. Darauf aufbauend kann er ein einmaliges Erlebnis für das Publikum kreieren. Das verzaubert Orchester und Zuhörer gleichermaßen. Es scheint daher kein Zufall zu sein, dass die Berliner Philharmoniker in ihrem Spiel als besonders lebendig und emotional beschrieben werden.

 

Was machen die Berliner Philharmoniker sonst noch?

Das Orchester ist auch in anderen Bereichen unabhängig aufgestellt: Die Musiker entscheiden eigenständig darüber, wo und wann sie ihre Konzerte geben. Und auch die Aufnahme neuer Kollegen ins Ensemble wird von den Musikern selbst bestimmt.

 

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