Wir sind alle Gen Y

Über die Generation Y existieren viele Klischees – insbesondere, was ihre Ansprüche an die Arbeit anbelangt:

  • Arbeit als Unterbrechung des Sabbaticals,
  • Spaß muss sie machen,
  • einen höheren Sinn soll sie haben
  • und am besten eine gute Work-Life-Balance ermöglichen.

Wir neigen dazu, so zu tun, als handele es sich um eine neue Spezies von Menschen, wie es auch Frau Liebermeister in ihrem Beitrag beschreibt.


Jeder von uns ist Gen Y

Dabei sind wir älteren Generationen doch auch gar nicht so weit von diesen Idealen entfernt. Was treibt uns denn an in unserer Arbeit? Sicherlich nicht allein materielle Anreize wie Gehalt und Firmenwagen. Wir brauchen Erfolgserlebnisse, wollen mit unserer Arbeit einen Beitrag leisten und uns dabei keinesfalls in der Arbeit verlieren.


Gen X und Gen Y: Gleicher Antrieb, unterschiedliches Verhalten

Nicht in ihren Motiven unterscheiden sich ältere Generationen und die Gen Y also, sondern lediglich in ihrer Kommunikation und der Handhabung von Konflikten: Wenn ein Chef etwas fordert, was seinen Mitarbeitern unsinnig erscheint, wird ein Angehöriger der Generation Y unter Umständen seinen Unmut äußern oder die Arbeit gar verweigern. Angehörige der Generation X erledigen Aufgaben, hinter denen sie nicht stehen, trotzdem. Allerdings stecken sie dann weniger Herzblut in die Erledigung – und üben so ebenfalls eine Form der Arbeitsverweigerung aus, wenn auch eine versteckte.


Die Gen Y als allgemeines Stimmungsbarometer

Die Gen Y kann also als Sprachrohr für alle Generationen im Unternehmen gesehen werden: Sie spricht aus, was alle anderen lediglich denken. Damit erhalten Führungskräfte eine große Chance: Sie erfahren, was ihre Mitarbeiter wirklich benötigen, um den bestmöglichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten zu können. Das offene Feedback hilft, Strategien, Projekte und auch das eigene Führungsverhalten zu hinterfragen und führt in der Regel zu deutlich besseren Ergebnissen. Nehmen wir die Wünsche der Gen Y ernst, berücksichtigen wir die Anforderungen aller Mitarbeiter – und können so unsere Organisation zu einem besseren Arbeitsplatz für das ganze Team machen.

 

Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Altersgruppen in Ihrem Unternehmen um? Glauben Sie auch, dass die Gen Y lediglich als Sprachrohr aller Generationen fungiert? Und ist es auch in Ihren Augen sinnvoll, das Unternehmen an diesen Wünschen auszurichten?

 

Photo Credit: Caleb Ekeroth via Unsplash.

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